
Patrick Braunhofer erwischte in Antholz einen gebrauchten Tag. © Felice Calabro'
Braunhofers Missgeschick im Antholzer Schneetreiben
Das war wahrlich nicht der Tag der Azzurri in Antholz. Anstatt der erhofften Medaille gab es ein kleines Fiasko in der Männerstaffel. Es lag an der völlig verkorksten Materialwahl – aber auch an einem Vorfall in der Loipe, wie uns Patrick Braunhofer verriet.
17. Februar 2026
Aus Antholz

Von:
Alexander Foppa
Platz 14, fünf Minuten Rückstand auf Olympiasieger Frankreich und die schlechtesten Laufzeiten im gesamten Feld – das hatten sich Italiens Biathleten in der viertletzten Antholz-Entscheidung ganz anders vorgestellt. Für alle im Team – vielleicht abgesehen vom dauerhaften Medaillenanwärter Tommaso Giacomel – war die Staffel das große Highlight bei Olympia. Insbesondere für Patrick Braunhofer.
Der 27-jährige Ridnauntaler wurde nach dem 14. Platz zum Auftakt im Einzelrennen eigens für die Staffel geschont. Auf sein bestes Karriereergebnis folgte nun eine bittere Enttäuschung – auch weil Olympia jetzt für ihn wohl vorbei ist. „Das Einzelergebnis nehme ich mit, das war super. Die Staffel heute ist aber schwer zu verdauen“, so Braunhofer. Er hat sich für den abschließenden Massenstart am Freitag nicht qualifiziert, er würde erst bei mehreren Ausfällen ins Starterfeld rücken.
„Mit etwas Abstand werde ich mit Genugtuung auf diese Spiele zurückblicken“ Patrick Braunhofer
„Die Staffel war unser wichtigstes Rennen“, das allerdings dann bei anhaltendem Schneefall völlig daneben ging – und das von Beginn an. Bereits Startläufer Braunhofer hatte mit einem skurrilen Zwischenfall zu kämpfen: Der Deutsche Justus Strelow touchierte bei einem Überholversuch seinen Stock, der brach in zwei Teile. „Es dauerte ein bisschen, bis ich einen Ersatz hatte. Dadurch musste ich eine Lücke schließen.“
Stockbruch und Zimmerwechsel
Schon die Vorzeichen waren bei Braunhofer nicht die besten. Da er am Montag erkältet war, wurde er sicherheitshalber kurzerhand aus seinem Zimmer mit Giacomel und Elia Zeni ausquartiert. „Das soll aber keine Ausrede sein, ich habe mich vor dem Rennen gut gefühlt. Aber was soll’s. Mit etwas zeitlichem Abstand werde ich sicherlich gerne auf diese Spiele zurückblicken.“© FELICE CALABRO' / Felice Calabro'
Während für Braunhofer Olympia wahrscheinlich zu Ende ist, haben Lukas Hofer und Nicola Romanin noch einen Einsatz vor sich. „Jetzt gilt es erstmal, dieses Ergebnis aufzuarbeiten und zu analysieren. Das war schon enttäuschend“, so Hofer. Auch Überraschungsmann Romanin sagt: „Das Rennen war für uns so wichtig, umso bitterer ist der Ausgang.“
„Wir hatten heute keine guten Skier, ganz einfach“ Tommaso Giacomel
Einer, der sich kein Blatt vor den Mund nahm, ist der Star im Aufgebot, Tommaso Giacomel: „Wir hatten heute keine guten Skier, ganz einfach. Unsere Serviceleute haben uns schon zu vielen Erfolgen verholfen, heute lagen sie aber einfach mal daneben. Das kann passieren. Jetzt bleibt mir noch ein Rennen, um zumindest ein gutes Ergebnis einzufahren.“ Dieses Rennen steigt am Samstag um 14.15 Uhr im Massenstartformat. Dann wollen die Azzurri diesen gebrauchten Tag vergessen machen.
>>> Hier geht's zu unserem Olympia-Spezial <<<
Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.



Kommentare (0)