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In Hochfilzen feierte Johannes Dale im Vorjahr seinen ersten Sieg, heuer wird er in Nordtirol fehlen. © APA / BARBARA GINDL

Das „brutale“ Schicksal dieses Biathlon-Stars

Im Vorjahr noch der umjubelte Emporkömmling, heuer nach nur vier Rennen aussortiert: Warum dem dreifachen WM-Medaillengewinner Johannes Dale das Olympia-Aus droht.

11. Dezember 2020, Hochfilzen: Der 23-jährige Johannes Dale schafft mit seinem ersten Weltcupsieg endgültig den Durchbruch. Zudem gewinnt der Mann aus Lørenskog wenige Monate später bei der Weltmeisterschaft auf der Pokljuka zwei Medaillen. Und er beendet die Saison auf Rang fünf des Gesamtweltcups. Rund ein Jahr nach seinem Premierenerfolg in Nordtirol hat sich die Situation dramatisch gewendet. Dale steht für die kommenden Rennen nicht mehr im norwegischen Aufgebot – und muss wohl all seine Olympia-Träume begraben.


Zwar hat er in den ersten vier Rennen in Östersund als 26., 35., 40. und 23. stets Weltcup-Punkte gesammelt, das genügte jedoch nicht, um sich im besten Team der Welt zu etablieren. Deshalb nimmt am kommenden Wochenende Filip Fjeld Andersen, der in Östersund einen neunten Rang erreichte, dessen Platz ein. „Natürlich dachte ich, dass das passieren konnte. Es kommt nicht aus heiterem Himmel“, betont Dale gegenüber dem norwegischen Sender TV2: „Ich hatte die Hoffnung, dass ich ein weiteres Wochenende bekomme, um zu zeigen, was ich eigentlich kann, aber ich bin nicht schockiert oder unglaublich wütend.“

Olympia-Zug wohl abgefahren
Die Ausbootung hat weitreichende Folgen, denn Dale muss mit großer Wahrscheinlichkeit auch beim darauffolgenden Weltcup in Annecy-Le Grand Bornand zusehen. Das bedeutet, dass er vor den Olympischen Spielen in Peking nur noch in Oberhof (6. bis 9. Jänner) die Chance hätte, sich zu empfehlen. In Norwegen werden vier Olympia-Startplätze nämlich schon vor dem Jahreswechsel fixiert, die letzten zwei Tickets vergibt Trainer Siegfried Mazé nach den Rennen in Oberhof.

Johannes Dale startet genauso wie Dominik Windisch im IBU-Cup. © AFP / JOE KLAMAR


„Ich bin realistisch. Meine Olympia-Chancen sind mehr oder weniger gelaufen“, bedauert Dale. Unmittelbar nach dem Erhalt der Ausbootungsnachricht sei sein Ziel gewesen, zumindest als Ersatz in Peking dabei zu sein. Aber auch diese Möglichkeiten empfindet er als klein. „Ich denke, großzügig gesagt, dass meine Chancen bei 10 Prozent liegen.“ Nun werde er versuchen, dieses „brutale“ Erlebnis in Motivation umzuwandeln, damit sich Gleiches nicht wiederholt. Es ist also wahrscheinlich, dass bei den am 5. Februar beginnenden Olympia-Wettkämpfen in Kuyangshu ein großer Name fehlen wird.

Die Karriere des Johannes Dale

  • Am 20. Dezember 2018 gibt Dale in Nove Mesto na Morave sein Debüt im Weltcup und belegt im Sprint prompt den 15. Rang.
  • Fast exakt ein Jahr später jubelt er in Östersund in der Staffel erstmals vom obersten Treppchen des Weltcup-Podestes.
  • Der erste Einzelsieg folgt wiederum ein Jahr danach, als er in Hochfilzen im Sprint fehlerfrei bleibt und alle abkocht.
  • Wenige Monate darauf schlägt in Pokljuka seine große Stunde, als er zwei Einzelmedaillen gewinnt. Jene in der Staffel hatte er schon ein Jahr zuvor in Antholz errungen.
  • Er beendet die Saison 2020/2021 auf dem fünften Platz der Gesamtwertung – und dennoch droht ihm jetzt das Olympia-Aus.

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