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Cheftrainer Alexander Inderst (Mitte) mit seinen Kollegen Jonne Kähkönen (links) und Fabio Cianciana (rechts). © dl

Das neue Trainerteam hinter Italiens Biathlon-Erfolg

Italiens Biathleten schwimmen in dieser Saison auf einer Erfolgswelle. Einen großen Anteil daran hat auch das neue Trainerteam der Azzurri. Wir haben mit dem Südtiroler Chefcoach Alexander Inderst über die bisherige Saison und die Entwicklung seiner Schützlinge gesprochen.

Aus der Südtirol Arena in Antholz

Von:
David Lechthaler

Als neuer Cheftrainer trat Alexander Inderst im Sommer das schwere Erbe von Andreas Zingerle an, der diese Sportart hierzulande geprägt hat wie kaum ein anderer vor ihm. Inderst ist 44 Jahre alt, stammt aus Ridnaun und ist mit der früheren Weltklasse-Biathletin Karin Oberhofer verheiratet. Er war früher selbst Biathlet, schaffte es aber nicht bis an die internationale Spitze. Der Wipptaler ist seit mehreren Jahren in unterschiedlichen Funktionen im Trainerteam der Azzurri tätig, zuletzt war er beispielsweise Chefcoach im IBU-Cup.


Italiens Sportdirektor Klaus Höllrigl hat bei seiner Amtsübernahme im Sommer ein neues Trainerteam installiert. Der Schießtrainer der Herren, Fabio Cianciana, war wie Inderst zuletzt im IBU-Cup tätig. Der Schießtrainer der Damen, Jonne Kähkönen, arbeitete hingegen acht Jahre lang in den USA, ehe er die letzten vier Jahre die finnischen Biathleten coachte. „Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit der Trainer. Dass sie Qualität haben, war mir bewusst. Die Tatsache, dass sie jetzt so gut zusammenarbeiten, ist sicher der Schlüssel“, erklärte ihr Chef Klaus Höllrigl gegenüber SportNews am Mittwoch.

„Die Tatsache, dass sie so gut zusammenarbeiten, ist der Schlüssel.“ Sportdirektor Klaus Höllrigl über das Trainerteam

Viele Experten loben vor allem auch die Arbeit von Kähkönen. Höllrigl kennt die Qualitäten des Finnen genau: „Jonne ist seit 2006 im Weltcup. Er hat viel gesehen, mit vielen Trainern zusammenarbeitet. Wir alle kommen aus der italienischen Schule. Er sieht die Probleme oft aus einer anderen Perspektive und hat dementsprechend andere Lösungsvorschläge. Das tut uns gut.“

Der Chefcoach lobt die Entwicklung

Nach bis dato elf Podestplätzen in dieser Saison lobt Cheftrainer Inderst im Gespräch mit SportNews die Entwicklung seiner Schützlinge. „Wir sind mehr als zufrieden. Läuferisch hat die gesamte Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem auch die Jungen.“ Auch Dorothea Wierer habe – laut Inderst – „etwas überraschend“ in der Loipe einen Schritt nach vorne gemacht: „So kann sie auch heuer wieder in nahezu jedem Rennen um das Podest mitkämpfen.“

Bei Lisa Vittozzi wurden auch ein paar Veränderungen am Gewehr vorgenommen. © ANSA / ANNA SZILAGYI


Und wo hat das Trainerteam bei Lisa Vittozzi den Hebel angesetzt? „Wir haben viel analysiert und versucht zu verstehen, wo das Problem lag. Wir haben ein paar Modifikationen beim Gewehr vorgenommen. Dazu kam ein neues Umfeld. Ich glaube, es ist eine Summe aus mehreren Dingen, dass es jetzt wieder läuft“, so Inderst über die formstarke Vittozzi.

Die Jungen kommen nach

Von den jungen Südtiroler Athleten konnten sich heuer beispielsweise Patrick Braunhofer oder Rebecca Passler im Weltcup etablieren. „Unser Ziel ist es, 2026 eine starke Mannschaft zu haben. Wir haben viele gute junge Athleten, die sich jetzt im Weltcup schon gut gezeigt haben. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir bei Olympia ein schlagkräftiges Team haben werden“, erklärte Inderst.
„Unser Ziel ist es, 2026 eine starke Mannschaft zu haben.“ Alexander Inderst

Auf die Entwicklung von Passler und Hannah Auchentaller, die beide erst 21 Jahre alt sind, ging Inderst genauer ein. „Rebecca hat das heuer super gemacht. Zwei Podestplätze in den Staffeln, wo sie jeweils eine starke Leistung zeigte. Zudem kommt ein 17. Platz im Sprint hinzu. Mit ihr sind wir super zufrieden. Hannah hat noch ein bisschen mehr Ups und Downs. Aber sie ist auch eine, die super Voraussetzungen hat, um 2026 für Furore zu sorgen bzw. in den kommenden Jahren konstant im Weltcup zu laufen.“ Auchentaller hatte sich zuletzt mit einem Sieg im IBU-Cup für den Weltcup in Antholz empfohlen.

Rebecca Passler (ganz rechts) sammelt heuer an der Seite von Doro Wierer wichtige Erfahrungen. © Getty Images Europe / Alexander Hassenstein


Und was sagt der Cheftrainer abschließend noch zu Senkrechtstarter Tommaso Giacomel? „Er ist immer konstant vorne dabei. Irgendwann wird der Podest-Knoten schon platzen. Aber das ist nicht so wichtig für uns. Wichtig ist, dass die Richtung, in die er arbeitet, stimmt. Die Konstanz ist im Moment entscheidender als der Podestplatz. Der kommt dann von alleine.“



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