
Dorothea Wierer hat sich von der Biathlon-Bühne verabschiedet. © ANSA / PIERRE TEYSSOT
„Das wird komisch“: Wehmut bei Wierers Gegnerinnen
Dorothea Wierer hat sich am Samstag von der großen Biathlon-Bühne verabschiedet. Wehmut machte sich anschließend auch bei ihren Gegnerinnen breit.
22. Februar 2026
Aus Antholz

Von:
Thomas Debelyak
Das Antholzer Festzelt ist immer einen Abstecher wert. Nach den Biathlon-Rennen steigt hier stets eine laute, ausgelassene, stimmungsvolle Party. An diesem Samstag war es allerdings noch mal einen Tick wilder. Das lag aber weniger daran, dass es der letzte Olympische Antholz-Tag war, sondern vielmehr an einer Frau namens Dorothea Wierer.
Nach ihrem letzten Karriererennen betrat die Biathlon-Queen im Festzelt die große Bühne und heizte die Massen mit Tina Turners Song „Simply the Best“ ordentlich ein. Was danach folgte, erinnerte an den Auftritt eines Popstars: Um Wierer bildete sich eine Menschentraube nach der anderen, jeder wollte ein Foto mit „Doro“, und schließlich mussten die Security-Leute anrücken, um die Niederrasnerin durch das Zelt zu navigieren. Anhand dieser verrückten Szenen erkannte man einmal mehr, warum Wierer die populärste Biathletin der letzten Jahre, vielleicht sogar der Geschichte ist.
Aus und vorbei: Wierer hat ihre Karriere beendet. © APA/afp / FRANCK FIFE
Während die Niederrasnerin ihr Karriereende im Festzelt zelebrierte, nahm Julia Simon im Pressezentrum Platz. Die Französin ist eine der großen Superstars bei den Winterspielen, gewann drei Goldmedaillen und schnappte sich am Samstag im Massenstart auch noch Silber. Doch auch einige ihrer Gedanken galten an diesem Tag ihrer Kollegin Wierer.
„Wie schön wäre es gewesen, heute mit Doro noch mal aufs Podest zu laufen?“ Julia Simon
„Doro hat immer gelacht und gute Laune versprüht. Es ist hart, so eine Athletin ziehen zu lassen“, so die 29-Jährige. Simon gab sogar eine amüsante Anekdote zum Besten: „Wir sind heute im Rennen einige Zeit zusammen gelaufen, da dachte ich mir: Wie schön wäre es denn, heute mit Doro noch einmal das Podest zu teilen? Leider ist es am Ende nicht dazu gekommen“, so die Französin. Wierer beendete ihr letztes Rennen auf dem fünften Platz.
Julia Simon holte Silber. © APA/afp / FRANCK FIFE
Simon erzählte weiter: „Doro war für mich immer ein Beispiel, ein Idol. Es wird sehr komisch werden, wenn sie demnächst nicht mehr am Start steht.“ Ebenfalls zu Wierer geäußert hat sich Lisa Vittozzi. Es ist kein Geheimnis, dass die beiden nicht das beste Verhältnis hatten, dennoch zollt die frischgebackene Verfolgungs-Olympiasiegerin ihrer Teamkollegin Tribut. „Was Doro in den letzten Jahren geleistet hat, ist eine Inspiration für uns alle. Ich hoffe, dass dadurch nun einige junge Athleten nachkommen.“
„Wir verlieren einen Superstar“
Der Stern der Norwegerin Maren Kirkeeide ist bei Olympia so richtig aufgegangen, so räumte sie einen kompletten Medaillensatz ab. Auch die 22-Jährige, die eine ganz große Zukunft vor sich hat, sieht mit Wehmut auf Wierers Karriereende. „Wir verlieren einen Superstar“, findet die Norwegerin und ergänzt: „Es tut mir leid, dass sie aufhört. Aber vielleicht sind die Olympischen Spiele vor der eigenen Haustür der perfekte Ort, um eine solch große Karriere zu beenden.“Besonders emotional fielen die Abschiedsworte von Federica Sanfilippo aus. Die Ex-Biathletin aus Ridnaun zählt seit Jahren zu den engsten Freundinnen von Wierer, deshalb war sie auch eine der ersten Personen, die der Niederrasnerin im Ziel um den Hals fiel.
„Deine Energie in all den Jahren war unverzichtbar und hat uns inspiriert. Ich bin sehr stolz auf dich und alles, was du erreicht hast. Danke für deine unerschütterliche Unterstützung, in guten wie in schlechten Zeiten. Du bist ein Vorbild für uns alle“, schrieb Sanfilippo auf Instagram.
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