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Patrick Oberegger am Antholzer Schießstand. © dl

Der Südtiroler, der die weltbesten Biathletinnen formt

Patrick Oberegger kommt aus dem Pustertal und hat in den letzten Jahren mit den norwegischen Biathletinnen alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Wir haben am Rande des Antholz-Weltcups die Gelegenheit genutzt, um mit Oberegger über die heurige Saison, das seltsame Fehlen von Tiril Eckhoff und die Entwicklung bei den Azzurri gesprochen.

Von:
David Lechthaler

Der Antholzer Patrick Oberegger ist seit 2018 Cheftrainer der norwegischen Biathlon-Damen. Seither hat Oberegger mit Eckhoff & Co. alles abgeräumt. So ging in den letzten beiden Jahren der Gesamtweltcup jeweils nach Norwegen. 2021 holte sich Eckhoff die große Kristallkugel, im Vorjahr Marte Olsbu Røiseland. Letztgenannte schnappte sich bei Olympia in Peking gar fünf Medaillen, davon drei aus Gold.


So kam es nicht überraschend, dass Eckhoff im letzten Sommer sagte: „Wenn er aufhört, dann mach ich es auch!“ Die heurige Saison gestaltete sich für Oberegger & Co. dann aber schwierig – auch, weil Eckhoff und Røiseland aus gesundheitlichen Gründen lange passen mussten. Bei Eckhoff, die immer noch kein Rennen absolviert hat, war sogar von einer „Lebenskrise“ die Rede.

Antholz immer noch Heimat

In Antholz hat Oberegger mit SportNews am Schießstand geplaudert. Auf die Frage, ob die Antholz-Wettkämpfe für ihn immer noch etwas besonderes seien, entgegnete der 51-Jährige: „Antholz ist immer noch meine Heimat. Die ganzen Leute zu treffen, die man kennt. Familie, Freunde und so weiter sind alle hier. Deshalb ist dieser Weltcup natürlich immer etwas Spezielles für mich.“
„Wenn nichts dazwischenkommt, bin ich zuversichtlich, dass sie zur WM wieder in Top-Form ist.“ Patrick Oberegger über Marte Olsbu Røiseland

Über das bisherige Abschneiden seiner Schützlinge sagte Oberegger: „Mit Ingrid (Landmark Tandrevold, Anm.d.R.) bin ich sehr zufrieden. Marte kommt langsam. Wenn nichts gesundheitliches dazwischenkommt, bin ich zuversichtlich, dass sie zur WM wieder in einer Top-Verfassung sein wird. Die Jungen sind noch ein wenig inkonstant. Sie haben gute und schlechte Tage. Das Positive ist, dass sie in den Staffeln meistens ihr wahres Potential abrufen.“

Thema Eckhoff

Die große Abwesende ist heuer Tiril Eckhoff. Die wohl beste Langläuferin im ganzen Biathlon-Zirkus wird heuer nicht mehr zurückkehren. „Tiril geht es gut. Sie genießt das Leben. Heuer wird sie wahrscheinlich nicht mehr aufschlagen im Weltcup. Ich bin aber sicher, dass wir sie in den nächsten Jahren wiedersehen werden – auch in Antholz“, so Oberegger.

Wird heuer wohl keine Rennen mehr bestreiten: Tiril Eckhoff. © ANSA / LUCIANO SOLERO


Und was sagt Oberegger zum erfolgreichen Abschneiden der Azzurre, die heuer insgesamt schon 13 Mal auf dem Podest standen? „Gewaltig was die Frauen und Männer bis jetzt leisten. Sie machen eine super Arbeit. Es ist wichtig für unseren Sport, dass man nicht zu einseitig wird. Kompliment an die Trainer. Wie es ausschaut, haben sie vieles richtiggemacht. Auch die jungen Mädels sind schon auf einem guten Niveau. Falls die Doro einmal entscheiden wird, nicht weiterzumachen, kann das Team beruhigt in die Zukunft schauen. Auch bei den Männern tut sich etwas. Giacomel zeigt im Weltcup stark auf und die Jungen im IBU-Cup. Bis zur Heim-Olympiade werden alle noch einen Sprung machen.“
„Sie machen eine super Arbeit.“ Patrick Oberegger über das italienische Team

Sein eigener Vertrag läuft noch bis zu den Olympischen Spielen 2026. Über seine Zukunft sagte Oberegger folgendes: „Ich fühl mich wohl. Ich arbeitete gerne in Norwegen. Wenn es so weiterlauft und die familiäre Situation es erlaubt, mache ich bis 2026 weiter. Ich habe hier viel dazugelernt und neue Freundschaften geschlossen.“ Und wie schaut das Training aus? „Man trainiert anders als in Italien, aber nicht besser oder schlechter“, so der Antholzer Biathlon-Guru.

<<<Hier gibt es ein Porträt des italienischen Trainer-Teams<<<


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