e Biathlon

Lukas Hofer und Dorothea Wierer waren lange auf Gold-Kurs. © APA/afp / JOE KLAMAR

Drama am Schießstand: Wierer und Hofer verlieren Medaille

Wie oft schon hat Dorothea Wierer auf ihre unnachahmliche Art für Bewunderung am Schießstand gesorgt? Doch ausgerechnet jetzt, mit dem Weltmeistertitel vor Augen, versagten der Ausnahmekönnerin aus Rasen die Nerven. Sie und Lukas Hofer gingen nach einem tragischen letzten Schießen leer aus.


Der Biathlonsport kann so faszinierend und zugleich so grausam sein! Das zweite Adjektiv in diesem Satz beschreibt das, was Dorothea Wierer und Lukas Hofer am Donnerstagnachmittag auf der Hochebene Pokljuka in Slowenien erleben mussten, haargenau. Über eine halbe Stunde lang liefen die beiden Pusterer im Single-Mixed-Bewerb einer Medaille entgegen, gegen Ende hin schien es sogar die Goldene zu werden – doch dann warf Wierers letzter Schuss am Stehendanschlag alles über den Haufen. Am Ende schaute gar nur der 5. Platz raus.

„Ich hatte gedacht, er sei drin gewesen. Doch plötzlich stand da ein Fehler“
Dorothea Wierer
Der Reihe nach: Hofer und Wierer boten im spektakulären Teambewerb lange eine überragende Vorstellung. Der Montaler zielte insgesamt zwar 3 Mal daneben, verhinderte aber eine Strafrunde und gab in der Loipe mächtig Gas. Die 30-jährige Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison setzte sogar jeden Schuss ins Ziel und brachte Italien in Führung liegend zum letzten Schießen. Dort stockte ausgerechnet beim letzten Schuss der Motor. „Ich hatte gedacht, er sei drin gewesen. Doch plötzlich stand da ein Fehler“, schilderte Wierer im Anschluss. „Danach sind meine Rivalinnen weggezogen. Ich habe den riesengroßen Druck gespürt und dann völlig den Faden verloren.“ Wierer leistete sich sage und schreibe vier Fehlschüsse, musste in die Strafrunde und sich die Goldmedaille aus der Hand gleiten lassen.
Tröstende Worte von Hofer
Während die Konkurrentinnen, die bis dahin allesamt das Nachsehen hatten, die Podestplätze unter sich ausmachten, kam Wierer als Fünftplatzierte ins Ziel. Dort hatte Hofer aber dennoch tröstende Worte für seine Teamkollegin parat. „Man gewinnt zusammen und man verliert zusammen. Ich muss ehrlich sagen: Ich hätte vor dem letzten Schießen alles auf Doro gewettet, doch so ist eben Biathlon. Das kann jedem passieren“, so Hofers Worte im TV-Interview.

Antonin Guigonnat und Julia Simon waren am Ende die strahlenden Sieger. © APA/afp / JOE KLAMAR


Als Nutznießer von Wierers Blackout erwiesen sich in erster Linie Julia Simon und Antonin Guigonnat aus Frankreich, die sich zu den neuen Weltmeistern kürten. Simon ließ die Norwegerin Tiril Eckhoff, die gemeinsam mit dem heute fehleranfälligen Johannes Thingnes Bø an den Start gegangen war, hinter sich. Bronze ging an das schwedische Duo Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson.

Italiens Biathleten müssen dagegen nach dem 8. WM-Wettbewerb weiter auf das erste Edelmetall warten. Nach einem Ruhetag am Freitag warten mit den Staffeln am Samstag und den Massenstarts am Sonntag vier weitere Chancen auf eine Podiumsplatzierung.

Das Ergebnis im Detail:


Schlagwörter: Wintersport

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