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Tiril Eckhoff sorgt sich. © Tiril Eckhoff

Eckhoff & Co. fürchten: Norwegen nicht mehr an der Weltspitze?

Jahrzehntelang dominierte Norwegen beinahe alle Wintersportarten nach Belieben. Ein Mitgrund: Die Präparierung der Ski. Diese Dominanz droht nun wegen einer Änderung des Reglements zu brechen.

„Niemand weiß, wohin die Reise geht“, sagt Tiril Eckhoff. Sie sorgt sich, wenn sie einen Ausblick auf die neue Saison wagt. Denn das Fluor-Verbot, das vom Biathlonverband IBU und dem Skiverband FIS wegen Gesundheits- und Umweltbedenken erlassen wurde, trifft die Wintersportnation im hohen Norden härter als jede andere. Über 30 Jahre lang haben sich die norwegischen Wachsmänner ein großes Wissen angeeignet, welches nun von einer Saison auf die andere verpufft ist – genauso wie der Vorteil von Eckhoff & Co. gegenüber anderen Nationen. „Wir sind es gewohnt, gute Ski zu haben. Jetzt ist die Frage, ob wir diesen Winter einen Schock bekommen“, meint Eckhoff.

Die Suche nach „Goldskiern“ habe sich nach dem Beschluss grundlegend geändert. Deshalb arbeitet das Schmierteam der norwegischen Biathlon-Nationalmannschaft hart daran, den Erfolgscode erneut zu knacken. Ob dies gelingt, ist alles andere als gewiss. „Es wird wie im wilden Westen“, sagt etwa der Wachs-Verantwortliche Tobias Dahl Fenre: „Plötzlich könnte es sein, dass Spanien die perfekte Lösung hat.“ Die Zeiten, in denen die Norweger in riesigen Wachstrucks stets die perfekte Mischung fanden, scheinen vorbei zu sein.

Daten über den Haufen geworfen
„Das ganze Wissen, die ganzen Produkte, die Datenbanken, dank denen wir wussten, welches Wachs das beste ist, sind jetzt wertlos. Wir müssen von 0 beginnen“, beteuert Fenre, der gleichzeitig jedoch sagt, dass diese Regeländerung anderen Nationen und Athleten ebenfalls Schaden wird: „Ich glaube, dass Denise Herrmann, die mehr Kraft einsetzt, schwerer ist und mit größeren Stößen langläuft, unter der schlechteren Wachsunterlage leidet.“

Die Deutsche widerspricht: „Man muss Kraft haben, wenn man Langlaufen will – besonders beim Skaten. Manchmal kann es ein Nachteil sein, weil ich schwerer als andere bin, aber Langläufer mit Kraft in Armen und Beinen sind normalerweise in jedem Wettkampf schnell.“ Jedenfalls steht jetzt schon fest, dass die neue Saison eine extrem spannende wird. Und wenn man bedenkt, dass Dorothea Wierer in Vergangenheit des Öfteren den konkurrierenden Nationen in Sachen Skipräparierung unterlegen war und den Gesamtweltcup dennoch zwei Mal in Folge gewann, kann man sich aus Südtiroler Sicht nur Gutes erwarten.

Autor: leo

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