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Johannes Thingnes Bø hat seine Zweifel an den neuen Biathlon-Regeln. © APA/afp / JOE KLAMAR

„Eine große Gefahr“: Die Zweifel des Biathlon-Superstars

Der Biathlon-Weltverband (IBU) hat vor dem Start der neuen Weltcup-Saison einige bedeutende Regeländerungen vorgenommen. Diese Revolution kommt bei Johannes Thingnes Bø nicht unbedingt gut an.

Am Dienstag wurde beschlossen, dass ab der Saison 2022/23 die Ergebnisse bei Weltmeisterschaften nicht mehr in die Weltcup-Gesamtwertung einfließen werden. Zudem wird es ab dem kommenden Winter keine Streichresultate mehr geben. Damit werden künftig alle Rennen im Kampf um die große Kristallkugel berücksichtigt. Dafür wird das Punktesystem für die Gesamtwertung und die Disziplinenwertungen angepasst. Einem Weltcupsieg wird dadurch mehr Gewicht zugesprochen.


Der dreimalige Gesamtweltcupsieger Johannes Thingnes Bø äußerste sich gegenüber dem norwegischen TV-Fernsehsender TV2 in Bezug auf manche Änderungen kritisch. „Wenn bei den Weltmeisterschaften keine Punkte vergeben werden, besteht die Gefahr, dass die Athleten nicht mehr bis zum Ende kämpfen, wie früher. Denn was macht es dann schon aus, ob man 4. oder 10. wird? Warum sollte ein Athlet, der einen schlechten Tag hat und nach der letzten Serie auf dem 20. Rang liegt, in der letzten Runde alles geben, um Plätze gutzumachen, anstatt Energie für den nächsten Wettkampf zu sparen?“

„Wenn bei der WM keine Punkte vergeben werden, besteht die Gefahr, dass die Athleten nicht mehr bis zum Ende kämpfen.“ Johannes Thingnes Bø

Gleichzeitig kann der fünffache Olympiasieger und zwölffache Weltmeister den Regeländerungen aber auch Positives abgewinnen: „Es ist sehr positiv, dass der Sieger viel mehr erhält als der Fünftplatzierte. Der Unterschied zwischen dem 1. und dem 5. Platz beträgt nun 45 Punkte. Dies war bisher der Unterschied zwischen dem 1. und dem 25. Platz. Deshalb ist es jetzt noch wichtiger, um jeden Millimeter zu kämpfen. Der Bruchteil einer Sekunde kann den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage in der Weltcup-Gesamtwertung ausmachen.“
Die weitere Bø-Kritik
Die Veränderungen in der Punktevergabe hat aber laut dem 29-jährigen Norweger auch ihre negativen Seiten: „Die große Gefahr ist, dass ein Athlet am Anfang ausfällt und im Gesamtweltcup dann noch weiter hinten liegt als bisher. Es könnte dann passieren, dass er den Kampf um den Weltcup dann aufgibt und sich nur mehr voll auf die WM fokussiert.“
„Wenn es zu unerwarteten Ereignissen im Umfeld des Athleten kommt, kann er vor einer extrem schwierigen Entscheidung stehen.“ Bø in Bezug auf die Abschaffung der Streichresultate

Auch die Abschaffung der Streichresultate sieht Bø kritisch. „Wenn es zu unerwarteten oder extremen Ereignissen wie Krankheit, Tod, Geburt usw. kommt, kann ein Athlet, der noch nie einen Gesamtweltcupsieg geholt hat, vor einer extrem schwierigen Entscheidung stehen bzw. in einem Dilemma stecken“, erklärte der insgesamt beste Biathlet der letzten 5 Jahre.

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