S+
Rebecca Passler wurde positiv auf Doping getestet. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

e Biathlon

Rebecca Passler wurde positiv auf Doping getestet. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

Fall Passler: Was genau ist die verbotene Substanz?

Rebecca Passler hat unmittelbar vor den Olympischen Spielen einen positiven Dopingtest abgegeben. Was genau ist aber diese verbotene Substanz Letrozol? Wir haben nachgeforscht.

Diese Nachricht schlug am Montag ein wie eine Bombe: Vier Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina (und natürlich Antholz) wurde bekannt, dass Biathletin Rebecca Passler einen positiven Dopingtest abgegeben hat. Bei einer Kontrolle, die außerhalb eines Wettkampfes stattgefunden hat, wurde bei der 24-jährigen Antholzerin die verbotene Substanz Letrozol nachgewiesen.


Mittlerweile hat die nationale Anti-Doping-Agentur NADO dies bestätigt und Passler bis auf Weiteres suspendiert. Doch was genau ist dieser Wirkstoff Letrozol? Wofür wird er eigentlich verwendet? Und warum steht er auf dem Doping-Index? Wir haben nachgeforscht.

© Pierre TEYSSOT

© Pierre TEYSSOT


Letrozol ist ein Medikament, das den Östrogenspiegel im Körper senkt, indem es ein Enzym namens Aromatase blockiert. Der Wirkstoff wird vor allem zur Behandlung von bestimmten Brustkrebsarten eingesetzt. In der Medizin ist es also ein therapeutisches Instrument, im Sport kann genau dieser Effekt aber problematisch sein.

Warum verboten?

Warum genau ist es im Sport problematisch? Letrozol verändert den Hormonhaushalt. Weniger Östrogen bedeutet, dass männliche Hormone (Androgene) stärker wirken können. Das kann indirekt die Kraft, den Muskelaufbau oder die Regeneration verbessern. Außerdem kann Letrozol andere Dopingmethoden verschleiern: Wer zum Beispiel anabole Steroide nimmt, hat oft erhöhte Östrogenspiegel als Nebenwirkung. Letrozol kann diese senken und so die Spuren des Dopings verstecken. Kurz gesagt: Es verändert Hormone, kann Muskeln und Kraft beeinflussen und Dopingtests erschweren – deshalb ist es verboten.

Auch Sara Errani wurde bereits wegen Dopings gesperrt. © APA/epa / ROBERT GHEMENT

Auch Sara Errani wurde bereits wegen Dopings gesperrt. © APA/epa / ROBERT GHEMENT


Letrozol ist zu jeder Zeit verboten, also nicht nur bei Wettkämpfen. Das liegt daran, dass seine Wirkung nicht sofort spürbar ist, sondern sich über die Zeit im Körper aufbaut und den Hormonhaushalt dauerhaft verändern kann. Deshalb gibt es auch Kontrollen außerhalb von Wettkämpfen, um sicherzustellen, dass niemand während Training oder Regeneration unerlaubte Substanzen nimmt.

Bekannter Fall um Tennis-Ass

Neben Passler hat es schon mal einen berühmten Dopingfall mit Letrozol gegeben. Bei einer Kontrolle im Februar 2017 wurde bei der italienischen Star-Tennisspielerin Sara Errani die verbotene Substanz festgestellt. Sie gab den Verstoß zu und begründete ihn damit, dass sie mit einem Brustkrebsmedikament ihrer Mutter kontaminierte Pasta gegessen habe. Errani wurde zunächst für zwei und später für weitere acht Monate gesperrt.

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2026 First Avenue GmbH