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Liegend top, stehend flop: Dorothea Wierers Schießen ist rasch zusammengefasst. © APA/afp / PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Fatales Schießen: Wierer verpasst Olympia-Medaille

Dorothea Wierer muss weiter auf ihre erste Einzel-Olympia-Medaille warten – und das, obwohl das Podium am Montag bei den Winterspielen in China zum Greifen nahe war. Gold ging sensationell an eine ehemalige Langläuferin aus Deutschland.

Von:
Alexander Foppa

Diese Dorothea Wierer kann einem fast leidtun. Die 31-jährige Rasnerin hatte zuletzt die Olympia-Generalprobe im Einzelwettkampf in Antholz gewonnen und war dementsprechend mit hohen Erwartungen in ihr erstes Rennen bei diesen Winterspielen gestartet. Es sollte endlich ihre erste Olympia-Medaille her. Lange Zeit lief sie diesem Ziel auch hoffnungsvoll entgegen – bis sie sich beim letzten Stehendanschlag selbst aus dem Rennen nahm. Am Ende belegte die Einzel-Weltmeisterin von 2020 den 18. Platz.


Doch der Reihe nach: Wierer ließ es auf der Startrunde langsam angehen, erhöhte nach dem ersten fehlerfreien Liegendschießen aber merkbar die Drehzahl. Zwar bekam sie beim ersten Stehendanschlag eine Strafminute aufgebrummt, doch der Fehlschuss warf sie nicht aus der Bahn.

Anders als in der Mixed-Staffel am Samstag spielten Material und Muskeln dieses Mal mit, Wierer glitt förmlich über den anspruchsvollen Rundkurs. Das dritte Schießen ließ sie makellos hinter sich, dann kam aber die große Ernüchterung: Bei ihrem letzten Stopp am Schießstand zielte Wierer stehend zwei Mal deutlich daneben. Damit war der Medaillentraum geplatzt. Mit zusätzlichen zwei Strafminuten auf dem Buckel erreichte sie schließlich völlig ausgelaugt das Ziel. Ihr Stand ein Rückstand von zweieinhalb Minuten auf die Spitze.

Herrmann überrascht alle
Dort, ganz oben im Klassement, steht völlig unerwartet der Name Denise Herrmann. Die 33-Jährige aus Sachsen, die 2014 in Sotschi als Langläuferin Staffel-Bronze geholt hat, lief das Rennen ihres Lebens und überraschte die gesamte Konkurrenz mit nur einem Schießfehler und einer glänzenden Vorstellung in der Loipe. Mit der Goldenen krönte sie ihre außergewöhnliche Karriere, dessen Highlight bislang der Verfolgungs-Weltmeistertitel von 2019 war.

Olympiasiegerin Denise Herrmann unmittelbar nach ihrer Zielankunft. © ANSA / JEON HEON-KYUN

Herrmann hatte an diesem Montag kaum ein Experte auf dem Zettel – anders als Marte Olsbu Røiseland. Die Gesamtweltcupführende aus Norwegen leistete sich zwei Fehlschüsse, rettete aber noch die Bronzemedaille. Vor ihr schnappte sich die Französin Anais Chevalier-Bouchet (ein Fehler) die Silberne.

Neben Wierer mussten auch die weiteren Azzurre in den sauren Apfel beißen. Für Lisa Vittozzi war das Rennen nach unglaublichen fünf Fehlern beim ersten Schießen bereits früh gelaufen. Die Ridnaunerin Federica Sanfilippo lief mit fünf Strafminuten auf den 47. Rang, die junge Michela Carrara reihte sich ebenfalls im hinteren Feld ein. Wierer und Co. bleiben nun im Sprint, der Verfolgung und im Massenstart drei weitere Möglichkeiten, ganz vorne reinzulaufen.

Ergebnis Olympia-Einzel der Damen:
Pos.NameLandZeitFehler
1.Denise HerrmannGER44.12,71
2.Anais Chevalier-BouchetFRA+9,41
3.Marte Olsbu RøiselandNOR+15,32
4.Vanessa VoigtGER+16,61
5.Dzinara AlimbekavaBEL+31,71
6.Marketa DavidovaCZE+31,91
7.Deedra IrwinUSA+1.01,41
8.Ingrid Landmark TandrevoldNOR+1.02,71
9.Kristina ReztsovaRUS+1.13,12
10.Juliia DzhimaUKR+1.21,72
18.Dorothea WiererITA/Rasen+2.32,33
49.Federica SanfilippoITA/Ridnaun+5.55,65
60.Michela CarraraITA+7.16,45
76.Lisa VittozziITA+8.44,48



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