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Martin Fourcade im Jubelrausch: Er gewann in Antholz (Foto FB)

Fourcades triumphale Antwort in Antholz – Windisch 8.

Zwei Mal musste er sich seinem Rivalen Johannes Thingnes Bø geschlagen geben, doch ausgerechnet im letzten Weltcupbewerb 2018 in Antholz schlug der weltbeste Biathlet zurück: Martin Fourcade holte sich den Sieg im Massenstart und reist als Gesamtweltführender zu den Olympischen Spielen.

Zum Abschluss der diesjährigen Weltcupetappe boten die Biathleten in der Südtirol Arena wieder beeindruckende Vorstellungen – allen voran Martin Fourcade, der fest gewillt war, die seit sieben Jahren währende Durststrecke in der Südtiroler Biathlonhochburg zu beenden. Vor 22.000 begeisterten Zuschauern ließ er nie wirklich Zweifel an seinem Sieg aufkommen. Zwar leistete er sich im zweiten und vierten Schießen jeweils einen Fehler, diese machte er aber in der Loipe wieder wett und passierte schließlich als Erster die Ziellinie. Für den 29-jährigen Ausnahmekönner aus den Pyrenäen ist es erst der zweite Erfolg in Antholz.

Fourcades ärgster Widersacher war auch heute Bø, jedoch nicht Johannes Thingnes, sondern dessen älterer Bruder Tarjei. Dieser lieferte sich auf der Schlussrunde ein packendes Duell mit seinem norwegischen Teamkollegen Erlend Bjøntegaard. Am Ende durften beide jubeln: Bø über Platz zwei, Bjøntegaard über dessen erste Podiumsplatzierung überhaupt im Weltcup. Die beiden Skandinavier absolvierten jeweils zwei Strafrunden – genauso wie die zwei Deutschen Benedikt Doll und Johannes Kühn, die die Plätze vier und fünf belegten. Johannes Thingnes Bø musste sich nach fünf Fehlschüssen mit Rang sechs zufriedengeben. Er liegt im Gesamtweltcup weiter auf Platz zwei hinter Fourcade.


Windisch läuft in die Top Ten

Eine Spitzenplatzierung verbuchte auch der Rasner Lokalmatador Dominik Windisch. Er kam als Achter ins Ziel und freute sich über sein drittes Top-Ten-Ergebnis in der laufenden Saison. Dabei wäre für ihn durchaus noch mehr drin gewesen, hätte er nicht vier Scheiben stehen gelassen. Nur im ersten Liegendanschlag blieb Windisch fehlerfrei.

Der zweite Südtiroler, der Montaler Lukas Hofer, zielte am Schießstand sogar fünf Mal daneben. Er musste am Ende mit Platz 25 Vorlieb nehmen, ist als Achter aber weiterhin klar der beste „Azzurro“ im Gesamtweltcup.

Der Biathlon-Weltcup pausiert nun bis Anfang März. Jetzt konzentriert sich alles auf die Olympischen Bewerbe ab 10. Februar in Südkorea.



IBU Weltcup in Antholz, Massenstart der Herren

1. Martin Fourcade (FRA) 40.18,16 Minuten (2 Schießfehler)
2. Tarjei Bø (NOR) +2,8 Sekunden (2)
3. Erlend Bjøntegaard (NOR) +5,1 (2)
4. Benedikt Doll (GER) +16,0 (2)
5. Johannes Kühn (GER) +18,3 (2)
6. Johannes Thingnes Bø (NOR) +29,2 (5)
7. Emil Hegle Svendsen (NOR) +33,5 (3)
8. Dominik Windisch (ITA/Rasen) +36,3 (4)
9. Anton Shipulin (RUS) +41,8 (3)
10. Simon Desthieux (FRA) +44,4 (3)

25. Lukas Hofer (ITA/Montal) 2.23,9 (5)



Die Stimmen zum Rennen

Martin Fourcade (FRA), Sieger: „Mein Rennen war sehr gut. In der letzten Runde war ich zwar sehr nervös, aber ich war schnell auf den Skiern, das war entscheidend. Ich bin sehr froh, nach sieben Jahren in Antholz wieder ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen.“

Tarjei Bø (NOR), zweiter Platz: „Nach zwei schlechten Tagen brauchte ich heute ein gutes Rennen. Leider habe ich beim letzten Schießen einmal verfehlt, vielleicht wäre sonst noch mehr drin gewesen. Jetzt werde ich mich gut auf Olympia vorbereiten.“

Erlend Bjoentegaard (NOR), dritter Platz: „Mein erstes Podest? Ich habe mich gleich vorbereitet wie für alle Rennen und hab versucht, so konzentriert wie möglich zu bleiben. Das Duell gegen Bø war toll, wir trainieren beide schon seit Jahren zusammen und kennen uns sehr gut.“

Dominik Windisch (ITA/Rasen), achter Platz:
„Wenn mir jemand vor dem Wettkampf gesagt hätte, dass ich hier Achter werde, dann hätte ich gleich unterschrieben. So aber habe ich beim letzten Schießen ein mögliches Podium weggeworfen und das tut mir schon ein wenig weh.“


Autor: sportnews