e Biathlon

Karriereende im Biathlon. © Social Media

„Genug ist genug“: Ein einsamer Biathlet hört auf

Der Leistungssport hat seine schönen Seiten, aber auch seine dunklen, wie das Beispiel eines norwegischen Biathleten beweist.

Als guter Biathlet lässt es sich in Norwegen schön leben. In kaum einem anderen Land der Welt ist dieser Sport so populär wie dort. Ruhm, Ehre, Prestige ist einem Weltklasse-Athleten gewiss, genauso wie profitable Sponsorenverträge, von denen Skijäger anderer Nationen wohl nur träumen können. Biathlet in Norwegen zu sein kann aber auch seine Schattenseiten haben. Vor allem, wenn man nicht zur absoluten Crème de la Crème zählt. Denn oftmals bekommen Sportler, die in vielen anderen Nationen zu den Zugpferden einer Mannschaft zählen würden, keinen Kaderplatz – weil die Leistungsdichte einfach so enorm ist.


Håvard Gutubø Bogetveit weiß allzugut, wie sich das anfühlt. Der 29-Jährige aus Oslo bringt als Biathlet durchaus Potenzial mit. Vor allem in der Loipe hat er Qualitäten, am Schießstand etwas weniger. Erstmals ließ er sein Können 2013 bei der Junioren-Weltmeisterschaft aufblitzen, als er mit der Staffel an der Seite von Johannes Thingnes Bø und Tarjei Bø die Bronze-Medaille holte. Während seine beiden Kollegen mittlerweile wahre Superstars der Szene sind, verlief Bogetveits Karriere etwas anders: Er versucht seit zehn Jahren, sich einen Platz im Nationalteam zu erkämpfen. Doch gelungen ist ihm das nie.

Das „weltbeste externe Nationalteam“
Mit der Hilfe von privaten Sponsoren und angetrieben von seinem unbändigen Willen, versuchte Bogetveit mit guten Resultaten in den unterklassigen Biathlon-Wettbewerben auf sich aufmerksam zu machen. Das gelang ihm auch. Im IBU-Cup, hinter dem Weltcup die wichtigste Rennserie, zählte er in den vergangenen fünf Jahren stets zu den 10 Besten des Gesamtrankings, heuer schloss er den Winter sogar an zweiter Position ab. Es war die beste Saison seiner Karriere, doch im Nationalteam war erneut kein Platz für ihn. Deshalb hat sich Bogetveit nun entschieden, seine Laufbahn zu beenden.

„Es ist an der Zeit, Skier und Waffe ins Regal zu stellen“, schreibt der 29-Jährige zu seinen Fans. „Obwohl ich meine beste Saison hatte und meine besten Leistungen aller Zeiten ablieferte, habe ich entschieden, dass genug genug ist. Ich bin nicht der weltbeste Biathlet geworden, aber ich wage zu behaupten, dass ich das weltbeste externe Nationalteam war“, so der vierfache Bronzemedaillegewinner bei Europameisterschaften. Abschließend schreibt Bogetveit folgendes: „Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe, nach all den Herausforderungen, die damit verbunden waren.“

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