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Lukas Hofer kann auf eine starke Saison zurückblicken. © EXPA Pictures / EXPA/ Eibner/ Soelzer

Hofer, eine streitbare Regel & Co.: Die Tops & Flops

Der Biathlon-Weltcup 2020/21 ist seit Sonntag Geschichte. SportNews hat die Tops und Flops der abgelaufenen Saison zusammengestellt.

Top
Tiril Eckhoff: Nachdem Tiril Eckhoff im Vorjahr den Gesamtweltcup im letzten Rennen in einem engen Kampf gegen Dorothea Wierer noch verpasst hatte, schlug sie in diesem Winter eindrucksvoll zurück. Die 30-jährige Norwegerin war mit ihren 13 Saisonsiegen eine Klasse für sich. Vor allem im Sprint galt sie heuer als unschlagbar (7 Siege hintereinander) und konnte sich dabei aufgrund ihrer enormen Laufstärke oftmals auch einen Fehler für einen Sieg erlauben. Die 6 WM-Medaillen auf der Pokljuka (davon glänzen gleich 4 in Gold) gab es als Krönung dazu.

Tiril Eckhoff (links) war eine Klasse für sich, aber auch die Österreicherin Lisa Hauser konnte aufzeigen. © APA/afp / JOE KLAMAR


Lisa Theresa Hauser: Der Aufstieg der Nordtirolerin Lisa Theresa Hauser in diesem Winter war kometenhaft. Die 27-Jährige galt seit jeher als starke Schützin, konnte jedoch auf der Loipe nie ganz mit den Besten mithalten. Hauser, die sich läuferisch extrem weiterentwickelt hat, kann auf ihre mit Abstand beste Saison zurückblicken. Nachdem sie zuvor noch nie bei einem Einzelrennen am Podest gestanden war, konnte sie dieses heuer gleich 7 Mal (davon 2 Siege) besteigen. Vor allem bei der WM in der Pokljuka räumte die Österreicherin mit einer Gold- und 2 Silbermedaillen groß ab. Noch dazu gab es die kleine Kristallkugel im Einzel (gemeinsam mit Dorothea Wierer).

Lukas Hofer: Es ist fast schon paradox: Fast 2 Jahre lang musste Hofer im Weltcup auf seinen nächsten Podestplatz in einem Einzelrennen warten. Nachdem der Knoten in Nove Mesto vor knapp 2 Wochen endlich geplatzt war, legte er innerhalb von 9 Tagen mit 2 weiteren Stockerlplätzen nach. Beim Sprint in Östersund gelang dem 31-jährigen aus Montal gleichzeitig auch noch sein 2. Weltcupsieg. Es war dies die Belohnung einer extrem konstanten Saison mit insgesamt 10 Top-Ten-Platzierungen und dem 8. Rang im Gesamtweltcup. Hofer sprach nicht umsonst von der besten Saison seiner Karriere.

Sturla Holm Lægreid ist der Shootingstar der Saison. © APA/afp / JURE MAKOVEC


Die Norweger um Sturla Holm Lægreid: Den krassesten Aufstieg im norwegischen Team legte der mittlerweile 24-jährige Sturla Holm Lægreid hin. Ihn hatte vor der Saison keiner auf der Rechnung. Am Ende kämpfte er bis zum letzten Schießen noch um die große Kristallkugel. Zusätzlich holte der starke Schütze, der durch seine außergewöhnliche Konstanz bestach, bei der WM 4 Goldmedaillen. Insgesamt landeten bei den Herren mit Johannes Thingnes Bø, Lægreid, Tarjei Bø und Johannes Dale gleich 4 Norweger im Gesamtweltcup in den Top-5. Vor allem in der ersten Saisonhälfte war ihre Dominanz beeindruckend. Auch bei den Damen waren die Norwegerinnen nicht nur in Person von Eckhoff stark. Auch Marte Olsbu Røiseland (wurde 2. im Gesamtweltcup) und Ingrid Landmark Tandrevold (feierte ihren 1. Weltcupsieg) gehören zur Crème de la Crème.
FLOP
Das Abschneiden der Azzurri bei der WM: Die Azzurri haben insgesamt eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Lisa Vittozzi und Dominik Windisch blieben beispielsweise etwas hinter ihren Erwartungen zurück. Der Tiefpunkt der Saison war aber die WM auf der Pokljuka. Zum 1. Mal seit 2012 stand Italien bei einem Biathlon-Großereignis ohne Medaille da. Dabei war Edelmetall bei den Titelkämpfen in Slowenien gleich öfters zum Greifen nahe, doch es fehlte auch das nötige Wettkampfglück. Unter dem Strich ging die Generalprobe für Olympia 2022 in Peking aber in die Hose.

Trostlose Geisterkulisse: Der Biathlon-Sport hat sich in den letzten 10 bis 15 Jahren zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt. So pilgern in einem „normalen Jahr“ rund 65.000 Fans aus nah und fern zum Weltcup-Wochenende nach Antholz. Alle Ausrichter haben versucht, künstlich Stimmung zu erzeugen. Doch es kam klarerweise nicht das gewohnte Feeling auf. Auch für die Fernsehzuschauer war der Blick auf die Loipen, wo sich normalerweise große Menschenmengen ansammeln, gewöhnungsbedürftig.

Die Veranstalter (wie hier in Antholz) gaben alles, um den Geister-Weltcups Stimmung zu verleihen. Beispielsweise schmückten Papptafeln die leeren Ränge. © Biathlon-OK


Italiens Damen-Staffel: In der Damen-Staffel tat sich Italien auch heuer schwer. Während die Herren immerhin einen Podestrang erzielen konnten, gab es für die Azzurre auch in diesem Winter keinen Top-3-Platz. Hinter Vittozzi (sie konnte in den Staffeln zumeist überzeugen) und Wierer fehlen den Azzurre 2 weitere Athletinnen auf Top-Niveau. Wenn man jedoch auf die Leistungen von Rebecca Passler, Linda Zingerle & Co. bei der Jugend- und Junioren-WM in Obertilliach blickt, könnte in den nächsten Jahren einiges nachkommen.


Die Streichresultate: Heuer wurden wegen der Corona-Pandemie gleich 4 Ergebnisse im Gesamtweltcup gestrichen. Wer blickt da noch durch? Im Prinzip sind Streichresultate ja keine schlechte Sache. Mit dieser Regel haben auch Athleten, die während der Saison plötzlich krank werden, trotzdem noch gute Chancen auf den Gesamtweltcup. Am Sonntag ergab sich die kuriose Situation, dass Bø im letzten Rennen das gelbe Trikot trug, obwohl sein Konkurrent Lægreid – unter Berücksichtigung der Streichergebnisse – eigentlich einen Punkt vor ihm lag. Schlussendlich entschied Bø den Gesamtweltcup sowieso für sich. Trotzdem: Das war eine skurrile Situation – mitsamt komplizierten Rechenspielen. Nach dem Sieg von Eckhoff in der Verfolgung von Nove Mesto haben anfangs auch nur die wenigsten kapiert, dass sie nun bereits – unter Berücksichtigung aller Wahrscheinlichkeiten – als Gesamtweltcupsiegerin feststand. Genauso wie beim Kampf um die kleine Kristallkugel zwischen Wierer und Hauser im Februar. Auch da hatte zunächst keiner einen Durchblick. Hier bräuchte es von Seiten der IBU eine transparente Regel, die für jedermann verständlich ist.

Schlagwörter: Wintersport

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