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Dorothea Wierers Saison ging mit einem denkwürdigen Rennen zu ende. © Biathlon Antholz / Manzoni

Im letzten Rennen: Wierer wird zur tragischen Figur

Lange Zeit war Dorothea Wierer beim letzten Weltcuprennen der Saison in Östersund auf Podestkurs. Doch bei unglaublich schwierigen Verhältnissen hat sich die Rasnerin am Schießstand verzockt.

Es war ein denkwürdiger Massenstart zum Abschluss der Damen-Biathlonsaison 2020/21. Und ein Rennen, das an der Grenze zur Regularität verlief. Der starke Wind sorgte dafür, dass es in Östersund ein wahres Fehlerfestival gab. Insgesamt 210 Fehlschüsse gaben die 30 Athletinnen ab – das macht im Schnitt sieben (!) Strafrunden pro Biathletin. Allein die Französin Julia Simon, die vor dem Wettkampf die Massenstart-Wertung angeführt hatte, zielte bei 20 Schuss 15 Mal daneben.


Dorothea Wierer trotzte den widrigen Bedingungen zunächst überragend und war als eine der wenigen Top-Athletinnen lange Zeit auf Podestkurs. Während ihre Konkurrentinnen bei heftigem und drehendem Wind reihenweise Strafrunden schossen, kam die Rasnerin vergleichsweise glimpflich davon und verfehlte bei den ersten drei Schießeinheiten nur drei Scheiben. Folglich bog Wierer als Zweite zum letzten und alles entscheidenden Schießen ab. Dort ging ihre Taktik aber nicht auf, was ihr schlussendlich zum Verhängnis wurde.

Über zwei Minuten am Schießstand
Im Gegensatz zu ihren Konkurrentinnen, die einfach drauflos schossen und die Strafrunden in Kauf nahmen, ging bei Wierer zunächst nichts weiter. Sie wartete, wartete und wartete – offenbar auf bessere Windverhältnisse, um Fehler möglichst zu vermeiden. So verbrachte sie sage und schreibe zwei Minuten und 15 Sekunden auf dem Schießstand. Zu allem Überfluss schoss sie auch noch drei Mal daneben. Zum Vergleich: Eine Strafrunde bedeutet in der Regel einen Zeitzuschlag von rund einer halben Minute. Von Position zwei wurde Wierer also zurückgereicht auf den 26. Platz. Schade, denn die Rasnerin hat ansonsten auch am Sonntag einen guten Wettkampf abgeliefert.

Ingrid Landmark Tandrevold holte sich ihren ersten Weltcupsieg. © APA/afp / ANDERS WIKLUND


Die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold hat in einem einzigen Rennen dagegen gleich mehrere Kunststücke vollbracht: Sie holte sich trotz fünf Schießfehler den Sieg, was es im Biathlon so oft noch nicht gegeben hat. Dieser Sieg war gleichzeitig ihr erster Triumph im Weltcup. Und: Sie holte sich dazu noch die kleine Kristallkugel im Massenstart.

Rang zwei ging am Sonntag an die Weißrussin Dzinara Alimbekava (sechs Strafrunden), den dritten Platz holte sich Franziska Preuß (ebenfalls sechs Strafrunden). Lisa Vittozzi landete unterdessen auf dem 20. Platz. In der Gesamtwertung stand die Norwegerin Tiril Eckhoff schon vor dem Rennen als Siegerin fest. Wierer belegt im Endklassement Platz 5, zudem gewann sie die kleine Kristallkugel im Einzel.
Das Ergebnis im Detail
Pos.NameLandZeitFehler
1.Ingrid Landmark TandrevoldNOR34.53,1 min5
2.Dzinara AlimbekavaBLR+6,9 sec6
3.Franziska PreußGER+11,16
4.Lena HäckiSUI+15,07
5.Uliana KaishevaRUS+20,15
6.Hanna SolaBLR+24,98
7.Tiril EckhoffNOR+29,28
8.Svetlana MironovaRUS+33,35
9.Janina HettichGER+35,24
10.Emilie Ågheim KalkenbergNOR+45,55
20.Lisa VittozziITA+1.27,7 min6
26.Dorothea WiererITA/Niederrasen+2.37,76

Autor: det

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