e Biathlon

Norwegen gewann die Goldmedaille. © APA/afp / JOE KLAMAR

Italiens Mixed-Staffel kraftlos, Norwegen makellos

Die Biathlon-Weltmeisterschaft in Pokljuka (Slowenien) hat am Mittwochnachmittag mit einem norwegischen Sieg, einer Enttäuschung für die Azzurri und einer österreichischen Überraschung begonnen.

Bronze 2019, Silber 2020: Die Mixed-Staffel war bei den letzten Weltmeisterschaften für Italien ein Medaillen-Garant. Diesen Erfolg konnte die Staffel um Lukas Hofer und Dorothea Wierer am Mittwoch nicht wiederholen. Während die Azzurri abgeschlagen auf Rang 6 die Ziellinie durchquerten, verteidigte Norwegen den Vorjahrestriumph in überlegener Manier.


Im verschneiten Pokljuka hatte eine Nachricht schon am Tag vor dem Rennen für Aufsehen im Team gesorgt: Sie betraf Dominik Windisch, dem das Vertrauen vom Trainerteam sozusagen „entzogen“ wurde. Er musste dem 20-Jährigen Didier Bionaz den Vortritt lassen. Dieser hatte sich durch starke Leistungen in Antholz empfohlen und führte die Staffel auf die erste Runde. Denn erstmals starteten nicht die Damen in die Mixed-Staffel, sondern die Herren.

Bionaz hat Mühe
Dieser Schachzug trug allerdings nicht die gewünschten Früchte, im Gegenteil: Bionaz riss bereits auf der ersten Runde eine kleine Lücke auf, leistete sich zudem zwei Fehler und verlor auf der anschließenden Schleife deutlich an Boden. Mit über 30 Sekunden Rückstand auf den Führenden Norweger Sturla Holm Lægreid kam er zum zweiten Schießen. Ein weiterer Fehler führte dazu, dass der Abstand zunächst auf 45 Sekunden anwuchs, ehe er beim Wechsel eine Minute betrug.

Didier Bionaz (hinten) konnte das Vertrauen der Trainer nicht zurückzahlen. © APA/afp / JOE KLAMAR


Lukas Hofer stand mit dem Rücken damit bereits zur Wand. Er musste riskieren, ein hohes Tempo anschlagen – und auf Fehler seiner Kontrahenten hoffen. Johannes Thingnes Bø und Quentin Fillion-Maillet taten dem Montaler beim Liegendanschlag diesen Gefallen, der dadurch wertvolle Zeit aufholte. Den Fehler am Schießstand machte Bø aber mit einer unglaublichen Laufleistung auf dem tiefen Geläuf wieder wett. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich an, obwohl der 27-Jährige ein weiteres Mal nachladen musste. Auch Hofer musste beim Stehendschießen zu einer Ersatzpatrone greifen. Vielmehr als der Fehler am Schießstand schmerzte dem Südtiroler und seiner Mannschaft jedoch dessen Laufleistung. Allein auf der Schlussrunde verlor er 35 Sekunden. Platz 9 und 1.40 Minuten Rückstand war die Folge.
Norwegen allein auf weiter Flur
Mit dieser großen Hypothek wurde Dorothea Wierer ins Rennen geschickt. Sie hielt sich am Schießstand schadlos, aber selbst die 30-Jährige konnte in der Loipe nicht mit der Spitze mithalten. Eine Materialfrage? Jedenfalls verwaltete vorne Tiril Eckhoff trotz vierer Fehler ihren Vorsprung gekonnt und gab der Schlussläuferin Marte Olsbu Røiseland einen Polster von 40 Sekunden mit. Dahinter belegte die Ukraine (übrigens mit dem gleichen Schießergebnis wie Italien) Rang 2, Österreich lag beim letzten Wechsel ebenfalls auf Podestkurs.

Marte Olsbu Røiseland gab dn sicher geglaubten Sieg beinahe noch aus der Hand. © APA/afp / JURE MAKOVEC


Auf der letzten Ablösung schien Røiseland zunächst alles im Griff zu haben, dann aber flatterten bei der Gesamtweltcup-Führenden die Nerven. Drei Mal musste sie im Stehendschießen nachladen – und drei Mal traf sie das Ziel. Sie rettete damit ihrer Mannschaft die Goldmedaille. Österreich krallte sich dank Lisa-Theresa Hauser Silber, während Hanna Öberg die Ukraine um Olena Pidhrushna in Schach hielt und Schweden die Bronzene bescherte. Lisa Vittozzi zeigte unterdessen mit nur einem Fehler und einer ordentlichen Laufform zwar eine exzellente Leistung, der Rückstand zur Spitze war jedoch zu groß. Trotz nur sechs Nachladern landete Italien auf Rang 6 – rund 30 Sekunden hinter den Medaillenrängen.

Das Ergebnis:

Autor: leo

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Es hat so ausgesehen, als ob die Schier nicht liefen

10.02.2021 16:50

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