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Émilien Jacquelin wird eine besondere Ehre zuteil. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

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Émilien Jacquelin wird eine besondere Ehre zuteil. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

Jacquelin trägt Pantani-Ohrring: „Kleiner Emilien lebt seinen Traum“

Für Émilien Jacquelin geht bei den olympischen Wettkämpfen in Antholz ein besonderer Traum in Erfüllung. Der französische Biathlet wird den Ohrring seines Idols Marco Pantani tragen.

Die Teilnahme an Olympischen Spielen ist für jeden Athleten etwas Besonderes. Der französische Biathlet Émilien Jacquelin hat sich dieses Sportmärchen mit dem Gewinn zweier Silbermedaillen mit Mixed- und Herren-Staffel bei den Winterspielen 2022 in Peking bereits mit etwas Materiellem versüßt. Trotz dieser Erfahrungen geht für den 30-Jährigen in Antholz aber ein einzigartiger Traum in Erfüllung – und zwar einer, der ihn zurück zu den Wurzeln führt.


„Von diesen Olympischen Spielen in Italien habe ich jahrelang geträumt.
Italien, das Land eines Teils meiner Vorfahren … aber vor allem das Land von Marco Pantani“, schrieb Jacquelin in einem Post auf Instagram. „Marco ist derjenige, der mir die Lust am Sport gegeben hat.“ Der italienische Radsportheld – gemeinhin als „Il Pirata“ bekannt – war für seine Explosivität und mutigen Angriffe am Berg berühmt, auch sein Charakter zeichnete ihn stets aus. „Als ich klein war, hatte unser Vater die Kassette der Tour 1998 gekauft. Seitdem habe ich nie aufgehört, diesen Piraten zu bewundern. Ich wollte sein wie er. Nicht nur Rennen gewinnen, sondern fühlen und andere fühlen lassen.“

Jacquelin darf Pantani-Ohrring tragen

Spektakuläre Aufholjagden starten, mutig sein – Jacquelin hat sich durchaus so manchen Zug seines Vorbildes abgeschaut. „Diese Sicht auf den Sport begleitet mich seit meinem fünften Lebensjahr. Und auch heute noch fällt es mir schwer, ihn mir anders vorzustellen“, führte der Skijäger, der auch als Enfant terrible des Biathlon-Weltcups gilt, weiter aus. Mit Pantani, der 1998 das Double aus Giro d'Italia und Tour de France gewann, ist jedoch auch eine tragisch Geschichte verbunden.

„Der 14. Februar war für mich nie der Valentinstag, sondern ein tragisches Datum, das zu einem Symbol geworden ist“, bezog sich Jacquelin auf den Tod seines Idols. Der Italiener war 2004 tot in einem Hotelzimmer in Rimini aufgefunden worden. Bei den olympischen Wettkämpfen in Antholz will er nun das Feuer der unsterblichen Ikone neu entfachen. „Während dieser zwei Wochen werde ich Marcos Ohrring tragen. Seine Familie leiht ihn mir, damit ich hier, in Italien, mit ihm antreten kann“, schrieb Jacquelin. „Durch diesen Ohrring, dieses Accessoire, das ihn so einzigartig machte, klingt in mir nicht nur Marco wider, sondern eine Idee von Wettkampf: Kühnheit, Draufgängertum, der Mut anzugreifen, wenn niemand es wagt. So erweise ich ihm eine Ehre.“

Am Dienstag kämpft Jacquelin um Medaillen

Möglich machten dies die Eltern von Pantani, sie leihen dessen französischem Nacheiferer das unverkennbare Schmuckstück. „Danke an Tonina und Paolo, dass sie dem kleinen Émilien ermöglicht haben, seinen Traum zu leben: in Italien bei den Olympischen Spielen zu starten. Mit Marco an meiner Seite“, schloss er ab. Am 10. Februar wird Jacquelin in Antholz erstmals ins Rampenlicht treten, dann steht das Einzel über 20 Kilometer auf dem Programm (13.30 Uhr). In der Mixed-Staffel erhielten Eric Perrot und Quentin Fillon-Maillet den Vorzug (Sonntag, 14.05 Uhr).

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