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Der neue Olympiasieger in der Verfolgung: Martin Ponsiluoma © APA/afp / FRANCK FIFE

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Der neue Olympiasieger in der Verfolgung: Martin Ponsiluoma © APA/afp / FRANCK FIFE

Jacquelin wirft Sieg weg – Ponsiluoma profitiert

Dramatischer hätte die Verfolgung der Herren bei den Olympischen Spielen in Antholz nicht verlaufen können. Emilien Jacquelin sah am Sonntag vor dem letzten Schießen schon wie der sichere Sieger aus, im entscheidenden Moment zeigte der Franzose aber Nerven. Eiskalt blieb hingegen Martin Ponsiluoma, der sich zum Olympiasieger krönte.

Um zwei Zehntelsekunden hatte Emilien Jacquelin das Podest im Sprint verpasst. Anschließend lieferte er sich ein Wortgefecht mit dem Bronzemedaillengewinner Sturla Holm Lægreid. „Ich werde ihn in der Verfolgung vernichtend schlagen“, prophezeite der Franzose. Lange sah es am Sonntag danach aus, als könne er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen. Zwei Fehler beim letzten Schießen verhinderten jedoch dessen ersten Olympiasieg. Der große Profiteur war der Schwede Martin Ponsiluoma. Nachdem er 2022 in Peking Silber im Massenstart gewonnen hatte, holte er nun sein erstes olympisches Gold. Dahinter wurde Lægreid Zweiter, während Jacquelin immerhin die Bronzemedaille blieb.


Dass es der Mann aus Grenoble mit seiner Ankündigung ernst meinte, war schon auf der ersten Runde zu sehen. Er distanzierte Lægreid und Vetle Sjaastad Christiansen, ehe er durch ein fehlerfreies Schießen die Führung übernahm. Jacquelin profitierte dabei von einem Fehler des Sprint-Olympiasiegers Quentin Fillon Maillet. Dieser vergab mit insgesamt drei Liegendfehlern alle Chancen auf eine Medaille. Im weiteren Rennverlauf baute Jacquelin seinen Vorsprung dank blitzschnellem Schießen und einer guten Laufleistung auf 35 Sekunden aus. Nichtsdestotrotz siegte er letztlich nicht.

Drama beim letzten Schießen

Schuld daran war das letzte Schießen. Erneut wählte der Franzose ein ungemein großes Risiko, doch der Mut wurde nicht belohnt. Während er zwei Scheiben stehen ließ, räumte Ponsiluoma alles ab. Der Sieg des Schweden war danach in Stein gemeißelt. Dahinter kam es hingegen zu einer kuriosen Situation: Denn ausgerechnet der aus der Strafrunde kommende Jacquelin und Lægreid gingen gemeinsam auf die Schlussrunde. In dieser hatte der Norweger die größeren Kraftreserven. Jacquelin war trotz der verpassten Chance glücklich. Als er das Ziel durchquerte, berührte er sein Ohrring und zeigte nach oben – eine Hommage an sein Kindheitsidol Marco Pantani. Für Lægreid war es hingegen schon die dritte Einzelmedaille bei diesen Spielen.

Emilien Jacquelin ließ sich feiern. © APA/afp / FRANCK FIFE

Emilien Jacquelin ließ sich feiern. © APA/afp / FRANCK FIFE


Nach dem verpatzten Sprint gingen die Azzurri um Lukas Hofer nur mit geringen Medaillenchancen ins Rennen, weil der aufgerissene Rückstand zu groß erschien. Und so kam es auch. Der Montaler bestätigte mit drei Fehlern den 13. Platz des Sprints. Teamkollege Tommaso Giacomel schoss nur zweimal daneben und verbesserte sich von Rang 22 auf Rang neun.

Die Biathlon-Herren haben nun einen Tag Zeit, um die Batterien wieder aufzuladen, ehe am kommenden Dienstag die Staffel auf dem Programm steht (14.30 Uhr). Schon am Sonntagnachmittag geht die Verfolgung der Damen mit Dorothea Wierer über die Bühne (14.45 Uhr).

Verfolgung der Herren, das Ergebnis:

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