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Noch deutet in der Südtirol-Arena noch wenige auf den Riesenrummel im Februar hin.

„Jetzt startet die heiße Phase“: Antholz 100 Tage vor der WM

Die angezuckerten Berge sind die ersten Vorboten des Winters, ansonsten deutet noch nichts auf das Riesenevent hin, das das beschauliche Antholzer Tal schon bald zum absoluten Wintersport-Hotspot verwandeln wird. Doch der Schein trügt: In der Südtirol Arena wird hinter den Kulissen bereits mit Volldampf für die Weltmeisterschaft 2020 gearbeitet.

Dort wo heute noch gespenstige Ruhe herrscht, entlang der Asphaltbahn im Biathlonzentrum und am Schießstand, werden in exakt 100 Tagen die ersten WM-Medaillengewinner gekürt. Was für einen neutralen Beobachter noch unvorstellbar scheint, ist in Erika Pallhubers Gedankenwelt omnipräsent. In ihrem Büro mit bestem Blick auf die umliegende Loipenanlage laufen alle Drähte zusammen, was die Weltmeisterschaft im kommenden Februar betrifft. Pallhuber arbeitet seit 24 Jahren im Biathlonzentrum unterhalb des Antholzer Sees und ist als Generalsekretärin die Denkerin und Lenkerin im Hintergrund. Für sie kann sich der Schneemantel gar nicht schnell genug über die heute noch verwaiste Südtirol Arena legen. „Das würde nämlich bedeuten, dass wir den Großteil der Vorbereitungen bereits hinter uns hätten“, erklärt die Pustertalerin, die im nachfolgenden Interview Einblicke in ihre Arbeitswelt gewährt.

Das Telefon läuft bei Generalsekretärin Erika Pallhuber bereits jetzt heiß. © os


Wie verlaufen die Vorkehrungen für die WM 2020?

Erika Pallhuber: „Wir sind voll im Plan. Ich würde es so ausdrücken: Das Gerüst steht, jetzt geht es an die Feinarbeit. Nun beginnt die heiße Phase, in der die täglich anfallenden Anfragen und Problemchen angegangen werden.“

„So viele Anfragen aus Italien hatten wir noch nie“

Sind Sie mit dem Kartenvorverkauf zufrieden?

„Absolut. Mittlerweile gibt es für das zweite WM-Wochenende vom 22. und 23. Februar nur mehr Restkarten im Stadion. Deshalb möchte ich einen Appell an die Südtiroler richten, die erfahrungsgemäß auf den letzten Drücker Tickets erwerben: Wartet nicht zu lange, noch besteht freie Auswahl. Bisher kamen rund 15 Prozent der Anfragen aus Italien, so viele waren es noch nie. Hier spielen die Erfolge von Wierer und Co. sicherlich eine große Rolle.“

„Wir wollen 165.000 Karten an den Mann bringen“

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?

„Wir wollen 165.000 Karten an den Mann bringen. Das mag zwar gigantisch klingen, doch es besteht kein Grund zur Sorge. Es ist die Summe aller neuen Wettkampftage. Wir werden nicht mehr Tageskarten verkaufen als beim Weltcup. Die letzten Jahre sind wir an unsere Grenzen gestoßen, die wir nicht überschreiten dürfen, um allen Besuchern ein reibungsloses und einmaliges Biathlonerlebnis bieten zu können.“

Ein Bild aus dem Jahr 2005, als noch keine Tribünen standen und sich vorwiegend Insider in Antholz einfanden.


Werfen wir einen Blick zurück: Vor noch gar nicht allzu langer Zeit lockten die Biathlonrennen nur eine überschaubare Zahl an Zaungästen nach Antholz, mittlerweile sind es an gewissen Tagen mehr als 20.000. Wie erklären Sie sich diesen Hype?

„Die Weltmeisterschaft 2007 war der Wendepunkt. Es war unsere erste richtige Großveranstaltungen, die einen bis heute währenden Boom ausgelöst hat. Als große Namen wie Magdalena Neuner oder Laura Dahlmeier ihr Karriereende bekanntgegeben haben, sind wir immer mal wieder zusammengezuckt und haben einen Besucherrückgang befürchtet. Doch dem war nicht so. Mittlerweile sind wir unabhängig von schillernden Stars in der Loipe. Die Zuschauer schätzen Antholz als Urlaubsdestination und wegen des gesamten Drumherums, das der Weltcup bietet.“


Was wird Antholz von diesem Mega-Event bleiben?

„Neben der Infrastruktur im und rund ums Biathlonzentrum sind dies sicherlich die internationalen Gäste. Sie sehen Antholz im Fernsehen, kommen das Jahr darauf zu uns und bleiben in vielen Fällen als Stammgäste erhalten. Unsere Stadiontouren bieten ein tolles Beispiel: Wir haben sie 2007 ein Mal wöchentlich für eine Handvoll Besucher eingeführt, mittlerweile begrüßen wir zwei Mal in der Woche Gruppen mit bis zu 100 Personen – und das das ganze Jahr über.“

Autor: alexander foppa

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