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Italiens erfolgreichste Biathletin, Lisa Vittozzi, ist bester Laune. © DLife/Groppo

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Italiens erfolgreichste Biathletin, Lisa Vittozzi, ist bester Laune. © DLife/Groppo

Lisa Vittozzi und die Veränderungen: „Das tut mir gut“

Ihr vertrauter Trainer ist weg, Dorothea Wierer ist weg – und viele Zweifel ebenso. Für Lisa Vittozzi hat sich diesen Sommer einiges verändert. Scheint sie gerade deshalb plötzlich so befreit? Wir haben uns mit dem Biathlon-Star unterhalten.

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

„Ich fühle mich super, eigentlich so gut wie lange nicht mehr“, eröffnet Lisa Vittozzi das SportNews-Gespräch. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht stellt sie sich im Interview den Fragen. Doch warum ist Italiens zurzeit erfolgreichste Biathletin so guter Laune?


Zum einen hat das sportliche Gründe. Vittozzi blickt auf einen enorm erfolgreichen Winter zurück: Olympia-Gold in der Verfolgung in Antholz, dazu eine Silberne in der Mixed-Staffel und noch drei Weltcupsiege. Das hat viel Druck abfallen lassen. Zudem hatte sie, wie sie sagt, „einen tollen Sommer“. Mit ihrem Langzeitfreund Marco war sie im Urlaub auf den Seychellen verbracht, dann war sie viel wandern in den heimischen Bergen im Friaul.

Willkommene Abwechslung im Sommer: Lisa Vittozzi fühlt sich in den Bergen wohl. © Instagram/lisa_vittozzi

Willkommene Abwechslung im Sommer: Lisa Vittozzi fühlt sich in den Bergen wohl. © Instagram/lisa_vittozzi


Vor allem aber läuft es für Vittozzi im Training gerade richtig gut. „Eigentlich mag ich diese Jahreszeit ja überhaupt nicht. Aber ich muss sagen, ich fühle mich viel besser als letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt“, verrät die 31-Jährige aus Sappada. Einen bedeutenden Anteil daran hat Egil Gjelland. Er ist Italiens neuer Damen-Cheftrainer und damit Nachfolger von Jonne Kähkönen.

Vittozzi vom neuen Trainer begeistert

Vittozzi schwärmt regelrecht vom neuen Coach: „Er achtet genau auf unsere Bedürfnisse, geht auf jede einzeln ein. Ihm sind Details wichtig, auch abseits des Trainings. Es weht ein neuer Wind – und das tut mir gut.“ Doch nicht nur der Trainerwechsel, auch der Abschied von Dorothea Wierer hat für Veränderungen gesorgt. Hierarchien werden zurechtgerückt, neue Freiräume geschaffen. Jetzt fällt der Fokus fast vollkommen auf die zurückhaltende Biathletin aus dem Friaul.
„Es war eine schöne Zeit. Aber wir müssen in die Zukunft schauen“ Lisa Vittozzi

Vittozzi und Wierer haben ein Jahrzehnt lang unheimlich viele Erfolge gefeiert, gleichzeitig waren sie aber auch teaminterne Kontrahentinnen. „Das ist nun Vergangenheit“, sagt Vittozzi, „es war eine erfolgreiche, schöne Zeit. Aber wir müssen in die Zukunft schauen – und die gehört den jungen Athletinnen. Ich hoffe, ich kann für sie ein Anhaltspunkt sein, sie auf ein höheres Level heben. Sie haben definitiv das Potenzial, bald dort zu stehen, wo ich heute stehe.“

Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi gehen getrennte Wege. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi gehen getrennte Wege. © Teyssot / Pierre TEYSSOT


Die Frage, ob Wierers Abschied nun bei ihr für erhöhtes Medieninteresse und Druck sorgen könnte, lächelt Vittozzi weg. „Druck hatte ich letztes Jahr bei Olympia, im Vergleich dazu fühlt sich das jetzt doch recht angenehm an. Wenn man vorne mitläuft und um Siege kämpft, steht man automatisch im Fokus.“ Aber das gehöre für die Gesamtweltcupsiegerin von 2024 einfach dazu, das nehme sie „gerne in Kauf.“

Apropos Gesamtweltcup: Diesen will Vittozzi irgendwann erneut gewinnen. „Warum sollte ich nicht nochmal die große Kugel holen, dieses oder nächstes Jahr?“ Vorrangig sei für sie jedoch erst einmal in bester Verfassung ins Schneetraining zu starten und dann die für sie so wichtige Konstanz aufzubauen. „Und dann möchte ich im Weltcup wieder Siege einfahren. Deshalb mache ich das doch alles, das viele Training, die ganzen Mühen.“ Fest steht schon mal: Mit der neu gewonnenen Lockerheit dürfte ihr das alles ein Stück weit leichter fallen.

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