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Patrick Baumgartner (hier mit Hündin Laika) liebt es, durch Wipptaler Bergwelt zu streifen.

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Patrick Baumgartner (hier mit Hündin Laika) liebt es, durch Wipptaler Bergwelt zu streifen.

Patrick Braunhofer: Wie aus dem Jäger ein Skijäger wurde

Heute ist sein großer Tag. Ein Tag, auf den er seine ganze Sportlerkarriere lang hingearbeitet hat. Patrick Braunhofer wird im Einzelrennen in Antholz erstmals bei Olympia an den Start gehen. Und das mit bald 28 Jahren.

Aus Antholz

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Dabei hat Braunhofer den Wintersport eigentlich in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater Christian Braunhofer war früher selbst Biathlet und später Trainer, seine Mutter, die Fleimstalerin Isabella Filippi, Skilehrerin. „Ich bin förmlich mit Skiern unter den Füßen aufgewachsen“, scherzte Braunhofer am Montag an dem Ort, an dem er nun seinen Karrierehöhepunkt erreichen wird, der Olympia-Arena in Antholz.


Der Ridnauner strahlt von einem Ohr bis zum anderen. „Ja, ich bin glücklich“, sagte er und fügte hinzu: „aber auch brutal nervös.“ Sein Ziel für die Olympia-Premiere: „Beim Schießen vor dieser Kulisse cool bleiben und einfach mein bestes Biathlon zeigen.“ Sein bis dato bestes Biathlon zeigte er im Frühjahr 2025 in Martell, als er sich in der Verfolgung überraschend zum Europameister kürte. Nur wenige Wochen zuvor war er noch am völligen Tiefpunkt, damals wurde er nicht fürs WM-Aufgebot berücksichtigt.

„Manchmal brauche ich einen Arschtritt“ Patrick Braunhofer

Überhaupt ist Braunhofer jemand, der – wie er selbst sagt – „manchmal einen Arschtritt braucht.“ Einen solchen bekam er auch vor einigen Wochen, als die Trainer ein Machtwort sprachen. „Sie haben gesagt, es sei Zeit aufzuwachen und Gas zu geben – und das völlig zu Recht, denn im Dezember habe ich einfach keine guten Vorstellungen geboten. Das ständige auf und ab im Weltcup muss aufhören.“ Auch deshalb musste er lange auf sein Olympia-Debüt warten.

Patrick Braunhofer ist – hinter Tommaso Giacomel und Lukas Hofer – zurzeit Italiens drittbester Biathlet. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

Patrick Braunhofer ist – hinter Tommaso Giacomel und Lukas Hofer – zurzeit Italiens drittbester Biathlet. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ


Wenn es bei Braunhofer – so wie eben kurz vor Jahreswechsel – mal nicht läuft, dann legt er die Langlaufskier gerne mal zur Seite. Dann zieht es ihn raus in die Natur, hin zu seiner zweiten großen Leidenschaft: die Jagd. Gemeinsam mit seinem Vater pirscht er stundenlang durch die Wälder im Ridnauntal. „Viele werden schmunzeln, aber mir geht es dabei nicht ums Schießen, auch wenn ich mit dem Gewehr geübt bin. Ich liebe die Ruhe, das Beobachten der Tiere und den Einklang, in dem sie mit der Natur leben. Das erdet und entspannt mich.“

Zwei Südtiroler, zwei Trentiner am Start

Weniger entspannt wird es an diesem Dienstag ab 13.30 Uhr (im SportNews-Liveticker), wenn „Brauni“ im Einzelrennen über 20 Kilometer erstmals Olympia-Feeling erleben darf. An seiner Seite: Drei weitere Azzurri. Es sind dies der Montaler Lukas Hofer, sowie die beiden Trentiner Elia Zeni und Tommaso Giacomel. Letzterer gilt als ganz heißer Medaillenanwärter.


Patrick Braunhofer © infografik

Patrick Braunhofer © infografik

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