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Alexander Loginov spricht über schwere Stunden in der letzten Saison. © Manzoni/IBU / Manzoni/IBU

Persönliches Drama erschüttert den Antholz-Weltmeister

Alexander Loginov verkörpert im Biathlon-Zirkus den typischen Russen: Er wirkt stoisch, um nicht zu sagen kalt und zeigt nur in den seltensten Fällen Emotionen. In einem Interview gibt der Antholz-Weltmeister von 2020 jedoch ungewohnt tiefe Einblicke – und spricht über ein persönliches Drama, das ihn Anfang des Jahres erschüttert hat.

Hinter Alexander Loginov liegt ein schwieriger Biathlon-Winter. Sportlich lief es für den Russen, der sich 2020 in Antholz zum Weltmeister gekürt hatte, nicht nach Wunsch, zudem machte ihm ein Schicksalsschlag sehr zu schaffen. Anfang Jänner bekam Loginov während des Weltcups in Oberhof die erschütternde Nachricht, dass sein Vater gestorben ist. „Diese Nachricht hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen“, beschreibt der Weltmeister seine Gefühle.


Dass Loginov ein Kämpfer ist, machte er anschließend deutlich. Wenige Tage nach dem Tod seines Vaters gewann er in Antholz das Einzelrennen. Bei der Siegerehrung kämpfte der 29-Jährige mit den Tränen. Zu jener Zeit stellte sich Loginov sogar die Frage, ob er nicht alles hinschmeißen soll. „Es ist schwer, Gefühle für das Biathlon zu haben, wenn deine größte Bezugsperson zu diesem Sport plötzlich nicht mehr da ist“, so die emotionalen Worte des Russen.

Im Namen des Vaters weitergemacht
Schlussendlich machte Loginov aber doch weiter – auch für seinen Vater. „Mein Vater hat das Biathlon geliebt, wir haben in meiner Kindheit viele Rennen geschaut und er war mein größter Unterstützer. Ich bin mir sicher, dass er nicht gewollt hätte, dass ich mit diesem Sport aufhöre. Ich habe auch mit meinem Großvater gesprochen, der mir sagte, dass mein Vater glücklich wäre, wenn ich weiter Rennen bestreite. Die Familie und meine Freunde haben mir in dieser Zeit sehr geholfen.“

Berührende Worte von Loginov, der ansonsten nicht für seine Emotionen bekannt ist. Nach seinem WM-Titel im Sprint 2020 in Antholz huschte ihm während der Pressekonferenz kein einziges Mal ein Lächeln übers Gesicht. Ein Grund dafür ist, dass Loginov in Biathlon-Kreisen nicht unumstritten ist. Im November 2014 war er wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden. Nach abgesessener Sperre kehrte er 2016 wieder zurück und gewann bei der WM in Antholz Gold. Das sorgte damals für viel Wirbel.

Schlagwörter: Wintersport

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