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Alles ruhig: So sieht die Südtirol Arena in Antholz ohne Fans und Athleten aus. © A. Foppa

So läuft ein Wettkampftag in Antholz ab

Ein bisschen mehr als eine Stunde. Länger dauert ein Biathlon-Rennen selten. Doch wie läuft eigentlich ein Tag im Biathlon-Weltcup sonst ab? SportNews hat in Antholz einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

TV-Kamera ein, TV-Kamera aus: Dazwischen liegt jene Zeitspanne, in der ein normaler Biathlon-Fan ein Weltcuprennen wahrnimmt. Doch länger als zwei Stunden am Stück sind selbst die großen Fernsehsender nicht live dabei. Dabei ist beim Biathlon-Weltcup in Antholz den ganzen Tag lang einiges los…

7.15 Uhr
So langsam erwacht das Weltcup-Dorf im Pustertal aus dem Schlaf. Bei bitterkalten Temperaturen um minus 15 Grad Celsius bereiten sich Sportler, Trainer, Journalisten und freiwillige Helfer beim Frühstück auf einen langen Tag in der Südtirol Arena von Antholz vor.

Noch fast menschenleer: Das Pressezentrum in Antholz am frühen Morgen (Foto: A. Foppa)

8.45 Uhr
Die ersten Medienvertreter treffen im nagelneuen Pressezentrum, das unterhalb der Arena liegt, ein – und zwar diejenigen, die das Pressebüro während des Weltcups in Antholz leiten. Sie bereiten alles für die zahlreichen Journalisten, Fotografen und Kameraleute vor, die aus der ganzen Welt in das Pustertal angereist sind. Insgesamt sind 160 Medienvertreter aus 15 verschiedenen Ländern für die vier Wettkampftage in Antholz akkreditiert.

12 Uhr

Im Pressezentrum findet ein Briefing für die Fotografen statt. Währenddessen strömen die Zuschauer in Massen auf die große Tribüne der Südtirol Arena, die Biathlon-Herren ein Training abgehalten haben.

Dominik Windisch und seine Teamkollegen trainierten am Donnerstagvormittag in Antholz. (Foto: C. Staffler)

Und auch die freiwilligen Helfer in ihren markanten grünen Jacken, die mit Glühweintanks am Rücken und um den Oberkörper geschnallten Snack-Körben die Fans während der Wettkämpfe versorgen, bereiten sich auf ihren Einsatz vor. In ganz Antholz ist das Biathlon-Fieber ausgebrochen, das beweisen nicht zuletzt die vielen Fan-Fahnen von verschiedenen Nationen an den Balkonen der Hotels.

Traumwetter und prächtige Stimmung: Der Biathlon-Weltcup in Antholz ist die größte Wintersportveranstaltung in Italien. © APA/afp / MARCO BERTORELLO


12.45 Uhr
Auf der bereits gut gefüllten Tribüne in der Südtirol Arena brandet erstmals großer Jubel auf. Der Grund: Skirennläufer Peter Fill und Naturbahnrodel-Ass Patrick Pigneter steigen zu DJ Alex, der den Zuschauern mit seiner Party-Musik ordentlich einheizt, auf das Podest. Beide beantworten einige Fragen, anschließend geht es für Fill nach Kitzbühel, Pigneter hat den Heimweltcup in Deutschnofen vor der Brust.

13.30 Uhr
Eine Stunde noch, bevor es mit dem Damen-Sprint, dem ersten Wettkampf am langen Biathlon-Wochenende in Antholz, losgeht. Die Athletinnen schießen sich am Schießstand warm, die Betreuer testen, ob die Langlaufski richtig präpariert sind – falls nicht, ist es die letzte Möglichkeit zum Ändern des Belags.

14.15 Uhr

Noch eine Viertelstunde bis zum Startschuss. Die Athletinnen, die sich durch unterirdische Katakomben zum Startbereich begeben und bereits die Materialkontrolle hinter sich haben, werden auf der großen Videowand im Zielbereich vorgestellt. Vor allem bei den Lokalmatadorinnen Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi, sowie bei den deutschen Biathletinnen, brandet großer Jubel auf.

14.30
Das Spektakel beginnt. Die Französin Julia Simon eröffnet mit Startnummer 1 das Sprintrennen in Antholz. Alle paar Sekunden startet eine Läuferin ihren Wettkampf, Wierer geht mit Nummer 8 bereits recht früh in das Rennen. Die spätere Siegerin Marketa Davidova befindet zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Loipe, sie ist mit Startnummer 5 unterwegs. Als letzte Athletin geht die Deutsche Laura Dahlmeier in das Rennen. Es wird spannend.

Lokalmatadorin Dorothea Wierer ging mit Nummer 8 in das Rennen. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

15.45 Uhr
Davidova kann es im Zielbereich nicht fassen und ist kaum zu halten: Die Tschechin jubelt über ihren ersten Weltcupsieg – Emotionen pur! Bis zur letzten Sekunde hatte es Dahlmeier spannend gemacht, doch am Ende musste sich die völlig ausgepowerte Deutsche um 4,2 Sekunden geschlagen geben. Unglaublich, aber das reicht nicht einmal für das Podest. Neben Siegerin Davidova stehen Kaisa Mäkäräinen (Finnland/Platz 2) und Marte Olsbu Roeiseland (Norwegen/Platz 3) auf dem Stockerl.

15.55 Uhr
Für die erfolgreichen Biathletinnen geht es Schlag auf Schlag. TV-Interviews, Siegerehrung, Pressekonferenz. Siegerin Davidova muss zur Dopingkontrolle, die anderen beiden Athletinnen auf dem Podium bleiben davon verschont. An Ruhe ist erstmal nicht zu denken.

Marketa Davidova bei der Pressekonferenz nach ihrem Sieg im Sprintrennen. (Foto: C. Staffler)

16.30 Uhr
Im Pressezentrum ist die Hölle los. Jeder Medienvertreter in Antholz, der irgendetwas mit den Biathlonrennen zu tun hat, befindet sich jetzt in diesem Raum. Es wird geschrieben, Fotos werden bearbeitet und Videos geschnitten. Zeitgleich geht es ein paar Meter weiter ebenfalls rund. Im Festzelt feiern Fans und Freiwillige zur Musik der Südtiroler Spitzbuam, es gibt „Gigger“ und Bier in Überfluss.

19.00 Uhr
Während das Festzelt seine Pforten schließt, leert sich so langsam auch das Pressezentrum. Zwar ist es noch bis 20 Uhr geöffnet, doch die meisten Journalisten sind froh, sich nach einem langen Arbeitstag eine heiße Dusche im Hotel zu gönnen – immerhin stehen noch drei weitere Tage Weltcup-Trubel in Antholz auf dem Programm.

Autor: christian.staffler

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