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Anna Gandler hat einen neuen Weg eingeschlagen. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

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Anna Gandler hat einen neuen Weg eingeschlagen. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

Solo statt Team: Biathlon-Hoffnung geht neue Wege

Biathletin Anna Gandler kehrt mit Beginn der Saison ins österreichische Team zurück.

Die Vorbereitung absolvierte sie auf Solo-Pfaden in Frankreich, weil dort ihr Freund lebt, weil sie einen anderen Weg gehen wollte. Das alles soll dazu beitragen, an die Leistungen von vor zwei Jahren, bevor auch die Immunsystem-Problematik begonnen hat, anzuschließen und in Zukunft auch im Weltcup aufs Podest zu kommen. „Ich möchte wieder Spaß haben an meinem Sport“, sagte die Nordtirolerin.


Im Nachhinein lasse sich sagen, dass sie den Schritt „keine Sekunde bereut“ habe. „Es war für mich eine der schönsten Vorbereitungen in meiner noch kurzen Karriere. Ich habe echt alles gegeben diesen Sommer“, sagte Gandler. Sie wisse, dass sie es drauf habe, und dafür habe sie im Sommer gearbeitet. Die schnellste Laufzeit bei der französischen Meisterschaft im Rollerrennen will Gandler „nicht zu hoch bewerten“, technisch habe sie aber Fortschritte gemacht, ebenso im Kraftbereich und beim Schießen. Im Biathlon müsse der Kopf mitspielen, ihr Gefühl sage ihr, dass da etwas weitergegangen sei.

Gandler ist mit dem französischen Biathleten Emilien Claude liiert, beim gemeinsamen Training habe man sich gegenseitig gechallengt. „Etwas, was ich auf jeden Fall gelernt habe, ist, dass das Umfeld mit Abstand das Wichtigste ist, um Leistung zu bringen“, berichtete die 25-Jährige. „Ich habe mich wirklich zu 100 Prozent auf mich konzentrieren können und von Tag zu Tag bestimmen können, was ich trainiere. Wenn es mir mal schlecht gegangen ist, habe ich ein bisschen reduziert. Wenn es besser gegangen ist, ein bisschen mehr.“

Glaube ans Immunsystem

Nur einmal sei sie im Sommer krank gewesen, das könne passieren. „Ich glaube, ich bin einfach eine Athletin, die ein bisschen mehr aufpassen muss. Ich habe das akzeptiert. Ich tue alles dafür.“ Sie werde im Winter – wie sie es schon in der vergangenen Saison praktiziert hat – Menschenmassen meiden und häufig ihre Hände desinfizieren und sei zuversichtlich, dass es damit gut passen werde. „Ich glaube an mein Immunsystem, dass es stärker ist. Ich glaube, das ist auch ziemlich viel Kopfsache. Man darf sich da nicht zu viel reinsteigern.“

Anna Gandler trainiert mit ihrem Freund  Émilien Claude in dessen Heimat. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

Anna Gandler trainiert mit ihrem Freund Émilien Claude in dessen Heimat. © Teyssot / Pierre TEYSSOT


Die Vorbereitung wird in Finnland und Norwegen fortgesetzt, ehe es für sie Ende November im Weltcup in Kontiolahti (Finnland) oder im IBU-Cup in Idre Fjäll (Schweden) losgeht. Gelegentlich hatte sie im Sommer Kontakt zu den Teamkolleginnen, zu österreichischen Trainern und Betreuern kaum. „Ich habe mich entschieden, dass ich von dem Team gehe. Sie sind für mich deshalb auch nicht verantwortlich. Wenn es dann wieder Richtung Wettkämpfe geht, sind wir da auf jeden Fall wieder ein gemeinsames Team.“

Team braucht keine Leaderin

Nach dem Rücktritt von Leistungsträgerin Lisa Hauser bleibt abzuwarten, wer im ÖSV-Frauenteam eine Führungsrolle einnehmen wird und will. „Ich habe das schon öfter gehört, dass mich jetzt Leute fragen: 'Bist du jetzt die neue Leaderin?' Das Wort gefällt mir einfach nicht so. Ich glaube, wir brauchen keine Leaderin, wir sind generell einfach ein starkes und auch noch junges Team“, sagte Gandler und zählte u.a. Anna Andexer, Lara Wagner und Lea Rothschopf auf.

„Diese Mädels haben sicher auch gut trainiert, auch wenn ich es jetzt vielleicht nicht so mitbekommen habe. Ich hoffe, dass eine von uns aufgeht oder vielleicht mehrere. Auf dem Stockerl haben drei Leute Platz. Die Staffel ist natürlich auch unser großes Ziel schon seit langem.“ Gandlers beste Leistungen im Weltcup waren bisher Rang vier mit der Staffel sowie Platz fünf im Einzel.

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