e Biathlon

Dominik Windisch posiert im Superman-Kostüm.

Superman im Schnee: Dominik Windisch genießt die große Show

Im Martelltal kämpfen Italiens beste Biathleten an diesem Wochenende nochmal um die letzten Medaillen in dieser Saison. Im Mittelpunkt steht aber einer, für den Edelmetall nur mehr einen statistischen Wert hat: Dominik Windisch.

Aus dem Biathlonzentrum in Martell

Von:
Alexander Foppa

Als er um 12.20 Uhr zum Start- und Zielbereich schritt, zog er prompt alle Blicke auf sich. Viele der anwesenden Fans, Zuschauer und Athleten auf der Grogg Alm in Martell quittierten bereits sein Antreten mit lauten Ovationen. Selbst die Mitstreiter applaudierten. Platzsprecher Luis Mahlknecht widmete ihm eine regelrechte Laudatio. Spätestens jetzt war klar, hier und heute gebührt einzig und allein Dominik Windisch die große Bühne. Passend dazu trat er in einem auffälligen Superman-Kostüm auf.


Der 32 Jahre alte Oberrasner war ins Vinschger Seitental gereist, um dort die letzten Rennen seiner Karriere zu bestreiten. Er hat vor knapp zwei Wochen das Ende seiner Profi-Laufbahn bekanntgegeben. Nun ging er vor heimischem Publikum nochmal auf eine Ehrenrunde. Doch Dominik Windisch wäre nicht Dominik Windisch, wenn er nicht auch in seinem allerletzten Einzelrennen, einem Massenstart über 12,5 Kilometer, nochmal sein ganzes Kämpferherz unter Beweis gestellt hätte.

Der Routinier musste nach dem ersten Schießen gleich drei Mal in die Strafrunde, doch dann startete er eine sagenhafte Aufholjagd. „Klar hat das Kostüm ein bisschen gestört. Es hat überall gezwickt. Allerdings habe ich schon unter schwierigeren Bedingungen Rennen bestritten“, lachte Windisch nach dem Rennen. Die Idee zur Verkleidung entstand bereits beim Weltcupabschluss in Oslo, „danach bin ich mit unserem Physiotherapeuten auf Kostümsuche gegangen. Superman war da das extravaganteste. Das Logo mit meinen Initialen habe ich selber genäht“, erzählt der Pusterer.


Ob ihn das Superman-Outfit zusätzlich beflügelt hat oder ob es die Unterstützung seines stark vertretenen Fanclubs war, dass er Position um Position gut gemacht hat, lässt Windisch offen. Fakt ist, dass er sich am Ende als Drittplatzierter nochmal eine Medaillen umhängen lassen durfte. Allerdings war das Ergebnis an diesem sonnigen Frühlingstag nebensächlich. „Das schönste Gefühl war es, so empfangen worden zu sein und die vielen Bekannten im Ziel zu sehen. Das gab dem Ganzen die Krönung“, schwärmt Windisch. Verwandte, Freunde, Fans aber auch Mitstreiter wie Lukas Hofer, der auf einen Start bei der Italienmeisterschaft verzichtet hatte, waren eigens nach Martell gereist, um den sympathischen (Ex-)Biathleten nochmal gebührend hochleben zu lassen.
„Natürlich wird gefeiert, wir haben uns da schon ein paar Feinheiten ausgedacht“ Dominik Windisch

Der neue Italienmeister David Zingerle, der überraschend zu Gold lief, und der zweitplatzierte Tommaso Giacomel mögen es Windisch verziehen haben, dass er ihnen an diesem Tag ganz klar die Show gestohlen hat. Immerhin durften auch sie im Anschluss an der großen Goodbye-Party teilnehmen. „Natürlich wird heute noch gefeiert, wir haben uns da schon ein paar Feinheiten ausgedacht“, verrät Windisch augenzwinkernd. Unter anderem haben Mitglieder seiner Sportgruppe eigens eine Bierverkostung organisiert.

Doch allzu wild soll in Martell auch nicht gefeiert werden, immerhin steht für Windisch am Sonntag nochmal ein Einsatz in der Mixed-Staffel am Programm. „Da will ich mich ja nicht blamieren. Ich werde nochmal Vollgas geben.“ Typisch Windisch eben.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.
Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen Sie Ihre Daten: Die Eingabe von Adresse, Ort, PLZ & Telefon ist verpflichtend, um einen Kommentar absenden zu können.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2022 First Avenue GmbH