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Dominik Windisch lief völlig entfesselt auf Platz eins. © APA/afp / JONATHAN NACKSTRAND

Unglaublich! Dominik Windisch gewinnt WM-Gold

Es ist die größte Überraschung der Weltmeisterschaft in Östersund: Dominik Windisch schnappte sich in einem verrückten Massenstartrennen die Goldmedaille und sorgte so für den größten Erfolg in seiner Karriere.

Was für ein Biathlon-Sonntag, was für ein WM-Abschluss! Nur zwei Stunden nach Dorothea Wierers Titelgewinn im Frauen-Massenstart schlug auch Dominik Windisch zu – und das völlig sensationell. Der 29-Jährige aus Rasen nutzte ein Fehler-Festival beim letzten Schießen, zog an der gesamten Konkurrenz vorbei und sprintete zu seinem ersten Weltmeistertitel. Hinter Windisch belegten Antonin Guigonnat (Frankreich) und Julian Eberhard (Österreich) die Plätze zwei und drei.

Dominik Windisch empfängt Antonin Guigonnat und Julian Eberhard (v.l.) im Ziel. © APA/afp / JONATHAN NACKSTRAND


Der Reihe nach: Bei tief winterlichen Verhältnissen deutete im letzten WM-Rennen in Östersund alles auf einen Zweikampf zwischen Weltcup-Dominator Johannes Thingnes Bø und Evgeniy Garanichev hin. Vor dem letzten Schießen war die Frage eigentlich nur: Wer holt Gold, wer Silber?

Alle schießen daneben, nur Windisch nicht

Doch dann kam plötzlich alles anders. Bø setzte alle fünf Schüsse daneben, Garanichev ließ vier Scheiben stehen. Auch die weiteren Medaillenanwärter patzten und so trat Dominik Windisch auf den Plan, der bis dato im Niemandsland des Klassements angesiedelt war. Anders als in den drei Schießeinheiten zuvor, nach denen er insgesamt drei Strafrunden absolvieren musste, blieb er dieses Mal fehlerfrei. Windisch machten Wind und Schneefall offenbar überhaupt nicht zu schaffen. Während die Konkurrenten eine Strafrunde nach der anderen abspulten, war der Südtiroler bereits allein auf weiter Flur. Auf der letzten Runde ließ er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und lief ungehindert seinem ungeahnten Triumph entgegen. Windisch gewann mit mehr als zwanzig Sekunden Vorsprung auf Guigonnat und Eberhard.

Windisch und Wierer sorgen für Déjà-vu

Ein kurioses Detail am Rande: Das ist bereits das zweite Mal, dass die aus Rasen stammenden Wierer und Windisch am selben Tag ein Massenstartrennen gewinnen. Vor drei Jahren jubelten beide – ebenfalls bei schwierigen Bedingungen – beim Weltcup in Canmore.

Windisch sorgte an diesem historischen Sonntag im hohen Norden für den achten Südtiroler Weltmeistertitel, den vierten in einem Einzelrennen. Vor ihm und Wierer holten Andreas Zingerle (Einzel, 1993) und Wilfried Pallhuber (Sprint, 1997) die Goldmedaille.

Nur Norwegen und Deutschland besser als Italien

Zum Abschluss der Titelkämpfe in Östersund liegt Italien auf dem dritten Rang des Medaillenspiegels: Vor den beiden abschließenden Siegen sorgten Lisa Vittozzi (Silber im Einzel), Wierer und Lukas Hofer im Single-Mixed-Bewerb (Silber) und die Mixed-Staffel (Bronze) für drei weitere Glanzmomente. Mehr Medaillen als Italien (5) holten nur die Biathlon-Nationen Norwegen (9) und Deutschland (7)

Apropos Hofer: Für den zweifachen Teambewerb-Medaillengewinner lief es im letzten Rennen nicht nach Plan. Nach sieben Strafrunden kam er nicht über Rang 17 hinaus.

Ergebnis WM-Massenstart der Männer:
Pos.NameLandZeitStrafrunden
1.Dominik WindischITA/Rasen40:54,1 Minuten3
2.Antonin GuigonnatFRA+22,8 Sekunden3
3.Julian EberhardAUT+23,34
4.Alexandr LoginovRUS+27,45
5.Quentin Fillon MailletFRA+33,24
6.Arnd PeifferGER+39,64
7.Simon EderAUT+43,91
8.Benedikt DollGER+44,45
9.Tarjei BøNOR+47,95
10.Dmytro PidruchnyiUKR+48,23
...
17.Lukas HoferITA/Montal+1:38,67



Autor: fop

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