
Lisa Vittozzi und Julia Simon (hinten) lieferten sich ein spannendes Duell. © Walter/IBU / Walter/IBU
Vittozzis Geheimrezept: „Wir kennen uns schon so lange …“
Lisa Vittozzi hat sich am Sonntag mit einer ansehnlichen Leistung zur Siegerin im zweiten Super Sprint des Loop One Festivals in München aufgeschwungen. Im Interview erklärte sie ihren Schlüssel zum Erfolg. Christoph Pircher und Gaia Brunello reisten ebenso frohen Mutes ab.
19. Oktober 2026
Aus dem Olympiapark in München

Von:
Christoph Niederkofler
München und Lisa Vittozzi – das scheint einfach zu passen. Wie bei der Premiere im Vorjahr sorgte Lisa Vittozzi auch am vergangenen Wochenende für die azurblauen Höhepunkte beim Loop One Festival. Nach Platz fünf im Finale vom Samstag schaltete die 31-Jährige aus Sappada am Sonntag einen Gang höher und triumphierte bei kalten und feuchten Bedingungen im Münchner Olympiapark vor den Französinnen Julia Simon und Amandine Mengin.
„Heute habe ich mich sehr gut gefühlt“, meinte Vittozzi anschließend im Interview mit SportNews. Auf der Strecke avancierte die Olympiasiegerin zur dritt- und am Schießstand zur zweitschnellsten Athletin des Finals. Mit anderen Worten: An ihr führte an diesem Tag kein Weg vorbei. „Es hat Spaß gemacht, auch wenn es anstrengend war. Es war ein schöner Kampf bis zum Schluss.“
„Aber wir kennen uns inzwischen schon lange, deshalb kenne ich ihre Taktiken.“ Lisa Vittozzi
Daran hatte auch Simon einen großen Anteil. Die zehnmalige Weltmeisterin und dreimalige Olympiasiegerin lieferte sich mit Vittozzi einen spannenden Schlagabtausch, die Entscheidung fiel erst beim letzten Schießen, als sich die 30-Jährige einen Fehler mehr als Vittozzi leistete. Letztere ließ sich bis dahin nicht aus der Ruhe bringen. „Ich wusste, dass sie versuchen würde, mich etwas unter Druck zu setzen. Aber wir kennen uns inzwischen schon so lange, deshalb kenne ich ihre Taktiken“, verriet Vittozzi.
Vittozzi: „Gutes Gefühl für den Winter“
Einen solchen Sieg rund sechs Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Kontiolahti (26. bis 29. November) einzufahren – besser geht es kaum. „Ich habe ein gutes Gefühl für den Winter“, meinte Vittozzi. Ohnehin ist ihre Vorfreude auf die neue Saison grenzenlos. Mit welchem Gefühl sie von München aufbricht? „Mit Müdigkeit“, scherzte die Gesamtweltcupsiegerin von 2023/24 und musste lachen. „Meine Vorfreude auf den Schnee ist wirklich sehr, sehr groß. Hoffen wir mal, dass es viel davon geben wird.“Pircher: „Wenn man den perfekten Schuss macht …“
Bereits in der Qualifikation die Segel streichen mussten derweil Christoph Pircher aus Terlan und Gaia Brunello aus St. Ulrich in Gröden. Zwar war Pircher mit einem guten Gefühl in seinen Lauf gestartet, bei der ersten Einlage am Schießstand kassierte er jedoch einen ersten Dämpfer. „Die beiden Fehler beim Liegendschießen habe ich nicht ganz nachvollziehen können“, sagte der 23-Jährige.Christoph Pircher musste sich in der Qualifikation geschlagen geben.
Eine mögliche Ursache dafür: Wie von einigen Athleten berichtet, war der Untergrund am Schießstand – der direkt am und über dem Olympiasee errichtet war – unruhig. Bewegungen der Konkurrenz sorgten am Boden für Schwingungen, die den einen oder anderen Fehlschuss erklärbar machten. „Es kann schon sein, dass in deiner Nähe eine Bewegung passiert und dir einen mitgibt und so ein Schuss etwas weiter weg ist“, meinte etwa Pircher, der das jedoch aufgrund derselben Bedingungen für alle nicht als Ausrede gelten lassen wollte. „Wenn man einen perfekten Schuss macht, können noch so viele Schwingungen sein – man verfehlt trotzdem nicht.“
Insgesamt fährt Pircher aber mit einem positiven Bauchgefühl ab – vor allem wegen des nur knapp verpassten Finals am Vortag. „Natürlich hätte ich mich gerne für ein Finale qualifiziert, das wollte aber nicht klappen“, sagte der Terlaner.
Für Brunello geht es jetzt nach Brasilien
Während es für Pircher nun weiter ins Trainingslager der Azzurri in Ruhpolding geht, steht für Brunello eine Reise nach Brasilien auf dem Programm. Die 24-Jährige, die für den brasilianischen Verband startet, nimmt dort am Circuito Brasileiro de Rollerski in São Carlos teil, um mit Blick auf ihren Saisonauftakt im IBU Cup im schwedischen Idre (26. bis 29. November) weiter an ihrer Form zu feilen.„Es war schön, wieder einmal international unterwegs zu sein. Jetzt weiß ich, woran ich arbeiten muss“, ordnete sie ihre Leistung beim Loop One Festival ein. Vier Fehler unterliefen Brunello im Super Sprint am Sonntag. „Wegen der Fehler ist es natürlich etwas schade. Nach dem ersten Schießen war ich recht gut dabei, das hat mich gefreut“, so die Südtirolerin. „Drei Fehler beim Stehendanschlag sind auf einer so kurzen Strecke aber einfach zu viel. So verliert man den Anschluss an die anderen Athletinnen, dann wird es schwer, sich alleine nach vorne zu kämpfen.“
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