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Holte WM-Silber: Erik Lesser. © ANSA / ANDREA SOLERO

Vom IBU-Cup übers ARD-Studio zu WM-Silber

Der Sieg in der Single-Mixed-Staffel ging am Donnerstag an Norwegen, eines der besonderen WM-Märchen hat aber der Deutsche Erik Lesser geschrieben.


Von Thomas Debelyak aus Antholz


„Ich bin unfassbar glücklich, dass ich mich nach meiner beschissenen Saison so präsentieren konnte“ – ein Satz, der zeigt, wie groß die Last ist, die von Erik Lesser abgefallen ist. Der 31-Jährige aus Thüringen – seinerseits 3-facher Olympiamedaillengewinner und nunmehr 6-facher WM-Medaillist – erlebte bisher ein wahres Seuchenjahr, hat nun aber gezeigt, dass er es immer noch kann. Dank einer bärenstarken Leistung holte er zusammen mit Franziska Preuß die Silbermedaille in der Single-Mixed-Staffel.

„Das ist ein extrem geiles Gefühl, eine Genugtuung. Es fühlt sich mega an“, sagte Lesser nach dem Wettkampf. Eigentlich hatte der Skijäger im Vorfeld die WM-Norm nicht erfüllt und war nur als Ersatzmann nach Antholz gekommen. Doch die Trainer schenkten ihm für die Single-Mixed-Staffel das Vertrauen, er zahlte es zusammen mit Preuß zurück. Bis zum letzten Schießen war sogar die Goldmedaille drin, doch Lesser ließ im Duell mit Johannes Thingnes Bø eine Scheibe stehen.

Lesser und Franziska Preuß strahlten im Ziel um die Wette. © ANSA / ANDREA SOLERO


Mit Silber war der 31-Jährige aber dennoch überglücklich. Vor allem, wenn man bedenkt, wie die letzten Wochen und Monate verlaufen sind. Zu einem chronischen Formtief gesellten sich auch körperliche Probleme. Lesser musste deshalb immer wieder in den zweitklassigen IBU-Cup, wo er seine Form finden sollte. Als in Antholz letzte Woche das Biathlon-Spektakel begann, war der Deutsche in Martell, wo er mit einem zweiten Platz seinen Formanstieg unter Beweis stellen konnte.

Ein Freudentanz am Podest
„Es war eine harte Zeit, ich war nicht in Form. Die Trainer haben trotzdem an mich geglaubt und mir das Vertrauen gegeben“, so ein rundum erleichterter Lesser auf der Pressekonferenz. Dass er am Samstag in der Staffel zum Einsatz kommt, ist trotzdem unwahrscheinlich – er ist ja „nur“ der Ersatzmann. Am selben Abend wird er jedenfalls nach Minsk fliegen, um bei der Europameisterschaft teilzunehmen.

Übrigens: Am Mittwoch hatte Lesser noch im ARD-Studio gehockt und den Einzel-Bewerb der Herren als Experte kommentiert. Für diesen Wettkampf war er nicht berücksichtigt worden. 24 Stunden später strahlte er vom Stockerl – nur allzugut verständlich war deshalb auch seine Reaktion unmittelbar nach dem Rennen: Auf dem Podest führte er nämlich einen kleinen Freudentanz auf. Die WM schreibt eben auch solch besondere Geschichten.

Autor: det

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