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Michela Carrara beim Einzelwettkampf in Lenzerheide. © ANSA / GIAN EHRENZELLER

Von Rang 1 auf 11: Fairplay-Geste bei Biathlon-EM

Bei der Biathlon-EM in Lenzerheide (SUI) hat es am Mittwoch eine ganz besondere Fairplay-Geste gegeben. Siegerin Michela Carrara verlor ihre Goldmedaille, weil sie freiwillig darauf verzichtete. Wie konnte das passieren?

Bei den Männern lief der Einzelwettkampf regulär und ganz normal ab. Der Norweger Endre Strömsheim sicherte sich den EM-Titel vor Anton Dudchenko (UKR) und Lovro Planko (SLO). Der Südtiroler David Zingerle hingegen hatte mit den Spitzenrängen nichts zu tun (35.). Bei den Frauen aber ging es drüber und drunter – und am Ende gab es eine große Fairplay-Geste der Italienerin Michela Carrara. Sie verzichtete freiwillig auf den Titel und fiel am Ende sogar aus den Top 10. Dabei hatte Carrara die Ziellinie als vermeintliche Siegerin überquert.


1.12,3 Minuten Rückstand hat Carrara in der offiziellen Ergebnisliste der IBU auf Europameisterin Lisa Maria Spark aus Deutschland. Als die 25-jährige Italienerin im Ziel war, machte sie ihr Trainer Edoardo Mezzaro auf 2 Schießfehler aufmerksam. Diese wurden von der IBU aber nicht vermerkt und deshalb auch nicht mit Strafminuten bestraft. Offenbar hatte die US-Amerikanerin Jaquelyn Garso auf die falsche Zielscheibe geschossen und auch jene abgeräumt, die Carrara zuvor nicht getroffen hatte. Trainer Mezzaro machte die Jury darauf aufmerksam. Dann wurde beschlossen, das Ergebnis nicht zu ändern, weil man den Schießvorgang nicht überprüfen konnte. Hatte Carrara wirklich 2 Fehler gemacht?

Carrara: „Das Fairplay hat gewonnen“

Die Azzurra und ihr Trainer brachten schließlich Licht in das Dunkel, die Fehler wurden anerkannt und die Strafminuten addiert. Aus rund 47 Sekunden Vorsprung wurde über eine Minute Rückstand. Carrara fiel vom 1. auf den 11. Platz zurück. Traurig war die Azzurra darüber nicht, wie sie dem Portal Fondo Italia erzählte: „Ich bin froh, dass am Ende die beste Athletin gewonnen hat. Das wäre für mich nie ein echter Sieg gewesen. Heute hat das Fairplay gewonnen.“

Schießlich durfte sich Spark über die Goldmedaille freuen. Yuliia Dzhima aus der Ukraine holte, vor Selina Grotian (GER), Silber. Durch die Zurückreihung von Carrara war die Antholzerin Linda Zingerle (8.) die beste Azzurra.

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