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Italiens Biathlon-Sportdirektor Klaus Höllrigl. © dl

Von Sanfilippo bis Hofer: Jetzt spricht Italiens Biathlon-Chef

Nach dem Ende der vergangenen Saison wurde Klaus Höllrigl zum neuen starken Mann im italienischen Biathlon ernannt. Der Sportdirektor hat in den ersten Monaten seiner Amtszeit bereits einiges erlebt. Wir haben unmittelbar vor dem Heim-Weltcup in Antholz mit dem Vinschger über die bisherige Erfolgs-Saison gesprochen. Aber auch schwierige Themen wie die Verletzung von Lukas Hofer oder der Rücktritt von Federica Sanfilippo wurden thematisiert.

Aus der Südtirol Arena in Antholz

Von:
David Lechthaler

Elf Podestplätze (fünf durch Lisa Vittozzi, drei durch Dorothea Wierer, zwei in der Damen- und einen in der Mixed-Staffel) haben die Azzurri heuer bereits geholt. Dabei stand Vittozzi zuletzt beim Einzel von Ruhpolding erstmals seit vier Jahren wieder ganz oben. Auch Höllrigl selbst habe nicht mit so einer hohen Anzahl an Stockerlplätzen gerechnet. „Ich habe gespürt, dass wir gut trainiert haben und eine gute Mannschaft haben. Aber die bisherige Bilanz übertrifft sicherlich die Erwartungen“, erklärte Höllrigl gegenüber SportNews.


Besonders die Erfolge von Vittozzi stechen ins Auge, nachdem sie in den Jahren zuvor in ein Loch gerutscht war. „Am Ende ist es immer die Folge einer guten Vorbereitung. Lisa hat hart gearbeitet, um ihre Probleme zu lösen. Den Trainern ist das gemeinsam mit ihr gelungen.“ Neben Vittozzi läuft bei den Damen auch Dorothea Wierer ganz vorne in der Weltspitze mit: „Doro hat heuer gesundheitlich weniger Probleme, beispielsweise mit dem Rücken. Sie leistet immer noch enorm viel und ist unglaublich wichtig für uns.“

Tommaso Giacomel, Dorothea Wierer and Lisa Vittozzi sind stark drauf. Hier beim zweiten Platz in der Mixed-Staffel mit Didier Bionaz (ganz links). © ANSA / IGOR KUPLJENIK


Bei den Herren läuft Tommaso Giacomel heuer konstant in die Top-Ten. Zweimal wurde er der junge Trentiner gar Fünfter. „Wichtig ist, dass Tommaso vorne dabei ist. Dann geht es um kleine Details, ob man es aufs Podest schafft im Biathlon. Solange er vorne dabei ist und ruhig bleibt, wird das Podium irgendwann kommen. Man darf es nur nicht zu viel wollen“, so Höllrigl.

Sanfilippos Rücktritt

Anfang der Woche kam dann erstmals Unruhe im italienischen Biathlon-Team auf. Ausgerechnet vor dem Heim-Weltcup in Antholz ist Federica Sanfilippo plötzlich zurückgetreten. Einer ihrer Gründe war, dass sie in Antholz nicht dabei gewesen wäre. Nach ihrem Rücktritt sprang Freundin Dorothea Wierer ihr zur Seite. Höllrigl sagte dazu folgendes: „Die Fedi (Federica Sanfilppo; Anm. d. Red.) hat mir es persönlich mitgeteilt. Ich war überrascht, aber ich kann ihre Entscheidung nachvollziehen.“
„Ich war überrascht, aber ich kann ihre Entscheidung nachvollziehen.“ Klaus Höllrigl über Federica Sanfilippo

Höllrigl führte weiter aus: „In Ruhpolding im Einzel hat Rebecca Passler pausiert, weil wir Eleonora Fauner eine Chance geben wollten. Sie hat zuvor im IBU-Cup gewonnen. In Antholz hatten wir vor, die Fedi nicht starten zu lassen, weil Hannah Auchentaller im IBU-Cup einen Sieg und zweiten Platz vorweisen konnte. Für die WM wäre alles offen gewesen, aber in Antholz wäre sie nicht dabei gewesen. Das stimmt.“

Hofer kämpft um Comeback

Eine Dauerthema ist hingegen der Gesundheitszustand von Lukas Hofer. Der 33-jährige Montaler hat heuer noch kein Rennen bestritten. „Luki“ kämpft um nichts weniger als um seine Karriere, wie er vor zwei Wochen erklärt hatte. Auch in Antholz kann Hofer noch nicht starten. Er absolviert hier die Trainingseinheiten und hofft irgendwie, für die WM in Oberhof (8. bis 19. Februar) noch fit zu werden.

Lukas Hofer trainiert derzeit in Antholz, das Comeback muss aber noch warten. © dl


„Wir haben die Möglichkeit, Luki vor der WM beim IBU-Cup in Obertilliach zu testen, um zu schauen, welches Niveau er an den Tag legt. Das ist mit Luki ganz klar abgesprochen. Es ist auch seine Meinung, dass er nur zur WM will, wenn er ein gewisses Niveau hat. In Antholz wäre jetzt ein Comeback zu früh gekommen – auch, wenn er sich auf dem Weg der Besserung befindet“, so Höllrigl.
„Er will nur zur WM, wenn er ein gewisses Niveau hat.“ Klaus Höllrigl über Lukas Hofer

Die Bedeutung von Hofer für das Team hat der Sportdirektor noch einmal unterstrichen. „Zuletzt hat die Herren-Staffel auch ohne Luki einen guten fünften Platz gemacht. Aber natürlich, ein Luki Hofer in Form wäre ein unglaublicher Gewinn für uns. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Am Ende hat ihn jetzt eine Entzündung so lange lahmgelegt. Das hat viel länger gedauert, als wir alle gedacht haben. Man hat zunächst nicht genau verstanden wieso, aber jetzt ist er auf einem guten Weg.“


>>> Am Donnerstag folgt noch ein Interview mit Alexander Inderst, dem neuen Cheftrainer der Azzurri. <<<

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