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Kaum einer bringt Dorothea Wierer so zum Lachen wie Tommaso Giacomel. © Teyssot

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Kaum einer bringt Dorothea Wierer so zum Lachen wie Tommaso Giacomel. © Teyssot

Vor Wierers Abschied: Giacomel scherzt über ihren Ruhestand

Ein letztes Rennen, ein letzter großer Auftritt: Am Samstag wird Dorothea Wierer bei den Olympischen Spielen ihre Karriere beenden. Ihr prominentester Teamkollege, Tommaso Giacomel, hat schon jetzt einen passenden Abschiedsgruß parat.

Aus Antholz

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Der Zufall wollte es so, dass Tommaso Giacomel und Dorothea Wierer an diesem Donnerstag ein letztes Mal zusammen in der Loipe standen. Denn aufgrund der starken Schneefälle wurden die Trainings der Frauen und Männer am Nachmittag kurzerhand zusammengelegt. Im Anschluss an die Übungseinheit eilte Wierer schnurstracks in die Katakomben der Olympia-Arena. Giacomel dagegen nahm sich Zeit für ein Gespräch mit SportNews – und er nutzte die Gunst der Stunde, um über das Karriereende seiner 35 Jahre alten Teamkollegin zu scherzen.


Auf die Frage, ob er Wierer vermissen werde, sagte der um zehn Jahre jüngere Giacomel: „Das ist doch kein Abschied. Wierer wird uns sicherlich erhalten bleiben, vielleicht nicht als Biathletin, aber als Teil der Gruppe. Ich weiß jetzt schon, dass sie sich zu Hause extrem langweilen und uns weiterhin mit Anrufen und Nachrichten bombardieren wird. Doro ist jemand, die Leute um sich rum braucht.“

„Ich langweile mich hier langsam richtig“ Tommaso Giacomel

Das gelte übrigens auch für ihn selbst, so Giacomel. „Ganz ehrlich? Ich langweile mich hier langsam richtig. Anfangs waren wir zu dritt im Zimmer, haben zusammen Filme angeschaut und Playstation gespielt. Das Problem: Die Play war von Elia Zeni, er hat sie einfach mitgenommen, als er abgereist ist. Dann musste auch noch Patrick Braunhofer wegen einer Erkältung ausziehen. Seitdem weiß ich nicht mehr, wie ich die Zeit rumbringen soll“, lachte sich der ansonsten so wortkarge Trentiner in einen wahren Redefluss.

Giacomels letzter Angriff

Richtig ernst wurde Giacomel erst wieder, als es um sein letztes Rennen, den Massenstart am Freitag, ging. „Mir geht es gut, ich bin fit – und ich habe Lust, nochmal richtig anzugreifen!“ Beim Olympia-Abschluss macht er nochmal Jagd auf seine erste Einzelmedaille.

Dorothea Wierer (2.v.l.) und Tommaso Giacomel (4.v.l.) liefen mit Lisa Vittozzi und Lukas Hofer in der Mixed-Staffel zu Silber. © APA/afp / FRANCK FIFE

Dorothea Wierer (2.v.l.) und Tommaso Giacomel (4.v.l.) liefen mit Lisa Vittozzi und Lukas Hofer in der Mixed-Staffel zu Silber. © APA/afp / FRANCK FIFE


Apropos Abschluss: Am Ende des Gesprächs wollten wir von Giacomel doch noch einen ernst gemeinten Gruß an Wierer bekommen. „Sie ist eine Persönlichkeit, wie es sie sonst nur selten gibt. Ihr Auftreten, ihr Charisma werden dem Biathlon mit Sicherheit fehlen“, so Giacomel, der dann nochmal Wierers Bedeutung für den heimischen Wintersport hervorhob: „Wenn Biathlon heute in Italien bekannt ist, dann ist das zu 90 Prozent ihr Verdienst.“ Danach stapfte auch er im tiefen Schnee aus der Arena.



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