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Dorothea Wierer bestritt am Sonntag ihr letztes Rennen im Weltcup. © Pierre Teyssot / Pentaphoto

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Dorothea Wierer bestritt am Sonntag ihr letztes Rennen im Weltcup. © Pierre Teyssot / Pentaphoto

„War ein bisschen gerührt“: Wierer feiert emotionalen Abschied

Am Sonntagabend hat sich Dorothea Wierer im tschechischen Nove Mesto nach 17 Jahren von der Weltcup-Bühne verabschiedet. Die Biathlon-Queen aus Südtirol wurde von den Fans gebührend gefeiert – und ihr letztes Abenteuer steht nun vor der Tür.

Zu den Klängen von Con Te Partirò des italienischen Sängers Andrea Bocelli und der britischen Sopranistin Sarah Brightman wurden im Zielraum von Nove Mesto noch einmal Bilder aus der beispiellosen Karriere von Dorothea Wierer auf einem riesigen Monitor ausgespielt. Der Südtirolerin huschte dabei immer wieder ihr unverwechselbares Lächeln über das Gesicht, die Abschiedsfeier nach dem letzten Weltcuprennen ihrer Karriere – im Massenstart am Sonntagabend wurde sie starke Siebte – ging Wierer sichtlich nahe.


„Danke euch allen“, wandte sich die 35-Jährige schließlich am Mikrofon an die lautstarken und euphorisierten Fans. „Ich war ein bisschen gerührt. Ein großer Dank gilt all den Leuten an meiner Seite. Und das nicht nur denen, die jetzt hier mit mir stehen, sondern auch denen, die mit mir in der Vergangenheit gearbeitet haben. Es waren viele schöne Jahre.“

Wierer und die besondere Verbindung zu Nove Mesto

Dass sie ihren letzten Weltcup vor den Olympischen Spielen in Antholz, wo sie den finalen Akt ihrer Karriere bestreiten wird, ausgerechnet in Nove Mesto absolvierte, war etwas Besonderes. „Mein erstes Mal hier war im Jahr 2011 – und ich verbinde sehr viele schöne Erinnerungen mit dem Ort. Ein Dank gilt auch euch: Ihr feuert jeden an, genau deswegen liebe ich Biathlon. Das ist großes Fairplay“, schloss Wierer, die vor 17Jahren in Oberhof ihr Debüt gab, ab.

Vor 15 Jahren bestritt Wierer ihre fünften und letzten Juniorenweltmeisterschaften in Nove Meste und eroberte dabei drei Gold- (Einzel, Sprint, Verfolgung) sowie eine Silbermedaille (Staffel). Knapp fünf Jahre später folgte der erste von 22 Weltcupsiegen, neben Kristallkugeln in Einzel (15/16, 20/21), der Verfolgung (18/19) und Massenstart (19/20) gewann sie auch zweimal den Gesamtweltcup (18/19, 19/20). Im Rahmen von zwölf WM-Teilnahmen tütete Wierer 13 Medaillen ein, vier davon in Gold. Die beiden Titel in der Verfolgung und im Einzel 2020 in Antholz haben einen ganz besonderen Stellenwert.

Wierer und ein letzter großer Tanz

Es sind Zahlen, die ihresgleichen suchen – und die zwischen 6. und 22. Februar noch einmal aufpoliert werden können. Bei den olympischen Wettkämpfen in Antholz bestreitet Wierer die letzten Rennen ihrer einzigartigen Laufbahn. Und die Chance, dass die Eliteschützin aus Niederrasen die allerletzte Lücke in ihrem Trophäenschrank schließt, ist durchaus gegeben.

2014 in Sotschi (Mixed-Staffel), 2018 in Pyeongchang (Mixed-Staffel) sowie 2022 in Peking (Sprint) kam Wierer bereits auf den Geschmack von olympischem Edelmetall, dreimal sprang für sie Bronze heraus. Im eigenen Wohnzimmer winkt die finale Chance auf Gold – und nach ihrer bislang beeindruckenden Saison mit Siegen im Einzel und in der Mixed-Staffel und fünf weiteren Podestplätzen zählt sie allemal zu den Anwärterinnen auf Medaillen.

Dorothea Wierer bei ihrem letzten Weltcup-Einsatz. © APA/afp / RADEK MICA

Dorothea Wierer bei ihrem letzten Weltcup-Einsatz. © APA/afp / RADEK MICA


Vom finalen Abenteuer im Schein der fünf Ringe will sich Wierer aber nicht unter Druck setzen lassen. „Natürlich denke ich daran, dass es das letzte Mal sein wird, ich glaube, das ist normal“, meinte sie im Interview mit Fondo Italia. „Ich warte schon sehr lange auf dieses Ereignis und werde versuchen, es zu genießen und mein Bestes zu geben – unabhängig vom Ergebnis. Ich werde versuchen, so konzentriert wie möglich zu bleiben, und dann werden wir sehen, in welcher Form ich bin.“

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