e Biathlon

Ein Biathlon-Paar hat die Ski in die Ecke gestellt. © Eva Puskarcikova

Wenn ein Biathlon-Paar gemeinsam ade sagt

Während ihre ehemaligen Teamkollegen an Schuss- und Laufform feilen, ist ein Biathlon-Paar gemeinsam in Rente gegangen – und genießt diese in vollen Zügen.

Die Nachricht seines Rücktrittes kam aus dem Nichts: Im Mai erklärte der Italiener Thomas Bormolini – nach der mit Abstand erfolgreichsten Saison seiner Karriere – dass er genug vom Biathlon habe. „Ich möchte künftig etwas anderes machen“, hatte der 30-Jährige erklärt, der dadurch die gleiche Entscheidung fällte, wie seine tschechische Partnerin Eva Puskarcíková nur wenige Monate zuvor. Jetzt wurde das zurückgetretene Biathlon-Paar, das seit rund anderthalb Jahren liiert ist, vom Weltverband IBU interviewt. Dabei gab es viele interessante Details preis.


Demnach habe die 31-Jährige, im Gegensatz zu ihrem Partner, die Fortführung ihrer Karriere von ihren Leistungen abhängig gemacht. „Wenn ich immer für einen Top-10-Platz mit einem fehlerfreien Schießen gekämpft hätte, hätte ich weitergemacht. So aber war es an der Zeit, Stopp zu sagen und neue Dinge zu machen, neue Herausforderungen anzugehen“, erzählt Puskarcíková, die laut eigenen Angaben keinen Einfluss auf das Karriereende ihres Partners hatte. „Er hat erkannt, dass der Rücktritt nicht das Ende des Lebens ist. Ja, etwas findet seinen Abschluss, gleichzeitig ist es jedoch auch der Beginn von etwas Neuem.“

Keine großen Plänen geschmiedet
Und was geschieht mit dem Leben nach der Karriere? „Bedauerlicherweise habe ich während meiner aktiven Laufbahn nicht studiert, was in Italien – angesichts der Zugehörigkeit zu einer Sportgruppe – sehr verbreitet ist“, bedauert Bormolini, der nun aber ein Studium beginnen und als Skilehrer und Trainer „einen ersten Schritt“ für seine Zukunft machen wolle. Irgendwann könne sich der Italiener auch einen Posten innerhalb der IBU vorstellen. Puskarcíková will ihre Zeit als Biathlon-Rentnerin hingegen genießen. „Neue Dinge probieren, viel reisen und die Welt an Orten erleben, wo wir noch nicht gewesen sind, ist lehrreich. Nach der Saison waren wir auf Mauritius und haben eine Balkan-Reise mit dem Auto unternommen. Zudem wollen wir nach dem Sommer Korsika besuchen. Und eine Vietnam-Reise ist ebenfalls geplant.“

Eva Puskarcikova und Thomas Bormolini beim Wandern. © Eva Puskarcikova


Ob die Tschechin ihrem Sport in irgendeiner Form erhalten bleibt, steht nicht fest. „Wir werden sehen, wo das Schicksal uns führt“, sagt Puskarcíková. „Ich treffe mich auf jeden Fall noch mit allen Biathlon-Kollegen und jetzt, nach einer Pause vom Sport und einem Sinneswandel, möchten wir wahrscheinlich irgendwo in der Nähe des Biathlons bleiben.“ Bormolini hat hingegen schon klarere Pläne. „Ich bin sehr stolz darauf, IBU-Botschafter für Gleichberechtigung zu sein. Das ist etwas, das mich sehr motiviert. Die IBU tut viel für das Leben nach der Karriere, einschließlich Camps und Seminaren. Also informiere ich mich oft über die Verfügbarkeit solcher Kurse. Es wäre großartig, ein Teil der Entwicklung unseres Sports und der Unterstützung für die Athleten während und nach ihrer Zeit im Rennsport zu sein“, sagt der Italiener abschließend.

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