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Auch Biathlon-Superstar Dorothea Wierer greift dieser Tage zum Putz-Zeug. © Dorothea Wierer / Instagram

Wierer ganz privat: „Beim Hausputz werde ich aggressiv“

Biathlon-Queen Dorothea Wierer hat in dieser Saison alles und jeden überstrahlt. Mittlerweile ist die Rasnerin wieder daheim und hat sich dort wegen der Coronakrise in den eigenen 4 Wänden verschanzt. In einem ausführlichen Video-Interview mit Stefan Steinacher von Alpentour.TV hat „Doro“ aus dem Nähkästchen geplaudert.

4 WM-Medaillen, davon 2 aus Gold glänzend, dazu noch der Gesamtweltcup: Dorothea Wierer hat in dieser Saison so richtig abgeliefert. Eigentlich müsste sie jetzt von Termin zu Termin hetzen, doch aufgrund der Coronakrise hat es sich die bald 30-Jährige zu Hause im Fleimstal (dort wohnt sie mit ihrem Mann Stefano) gemütlich gemacht. Im Interview sprach sie über…

… das dramatische Saisonfinale in Kontiolahti:
„Ehrlich gesagt habe ich mir gedacht, dass ich schon alles verloren habe. Den Sprint habe ich total verpatzt und bin deshalb mit 50 Sekunden Rückstand auf Tiril Eckhoff in den entscheidenden Verfolger gestartet. Ich habe mich nur auf mich konzentriert und nicht auf die Anzeigetafeln geschaut. Im Ziel habe ich zunächst nichts verstanden und wusste nicht, ob es gereicht hat. Erst nachdem ich mehrere Leute gefragt habe, war klar, dass ich es geschafft habe.“

Wierer hat heuer ordentlich abgeräumt. © ANSA / ANDREA SOLERO

… weitermachen oder aufhören:
„Ich denke, die Motivation ist sicher noch da, weiterzumachen. Körperlich war es heuer aufgrund meiner Rückenprobleme etwas schwieriger. Ob ich weitermache, hängt davon ab, wie die Mannschaft zusammengestellt sein wird und wer die Trainer sind. Ich denke, wenn alles so bleibt, werde ich sicher dabei bleiben, sonst muss ich andere Entscheidungen treffen.“

„Mir kommt es vor wie im Film.“
Dorothea Wierer über die Coronakrise
… die Coronakrise:
„Seit ich nach Hause gekommen bin, habe ich nur meinen Mann gesehen, sonst niemanden. Es ist schon brutal komisch, mir kommt es vor wie im Film. Man kann nichts machen außer warten. Unsere Wachsmänner und der Koch sind von Bergamo und Mailand. Sie sagen, dort ist es extrem, man kann sich das nicht vorstellen. In dieser Situation sollte man mal ein paar Schritte zurückgehen und das Essenzielle wahrnehmen. Vor allem Doktoren, Krankenschwestern, Polizisten und Arbeiter in Supermärkten leisten Großartiges und sollten sehr geschätzt werden.“


… ihren aktuellen Tagesablauf:
„Ich habe einen sehr relaxten Tagesablauf. Ich muss zu Hause bleiben und lebe dort das normale Leben. Das bedeutet Putzen und Kästen aufräumen. Beim Putzen werde ich aber aggressiv. Das Problem ist, dass je mehr man putzt, desto mehr Dreck sieht man (lacht). 90 Prozent des Tages verbringe ich aber auf der Couch, sehe Fern und esse im Stundentakt. Das ist zurzeit mein größtes Problem. Die Kilos gehen rauf (lacht).“

„Ich habe meine Jugend genossen, habe mich ausgelebt. Ich würde nichts ändern.“
Dorothea Wierer
… ihre stürmischen Jugendzeiten:
„Als ich klein war, hatte ich immer recht gute Ergebnisse. Ich war aber nie die Sportlerin, die nur Biathlon im Kopf hatte. Meine Freunde haben sich damals nicht für Sport interessiert, wussten teilweise nicht einmal, dass ich Biathlon mache. Sie waren mehr so Partymenschen, das bin ich dann auch geworden. Im Nachhinein würde ich nichts ändern. Ich habe meine Jugendjahre genossen, habe mich ausgelebt. Ich ließ auch schon mal ein Training sausen, im Rennen habe ich aber immer Vollgas gegeben.“
… Familienplanung:
„Ich möchte demnächst ein Haus bauen, deshalb sammle ich zurzeit viele Ideen im Internet. Wie es werden soll? Modern traditionell. Also nicht ganz modern, aber auch nicht ganz traditionell. Und Kinder? Wie gesagt, wenn in meiner Mannschaft die gleichen Leute wie in den letzten beiden Jahren dabei bleiben, werde ich weitermachen. Aber natürlich möchte ich schon einmal ein paar Kinder bekommen.“

Autor: det

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