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Ole Einar Bjørndalen steht in der Kritik. © dpa / Sven Hoppe

Wirbel um Biathlon-Legende Bjørndalen: „Er wird benutzt“

Ole Einar Bjørndalen ist der wohl berühmteste Biathlet der Welt. Nun gibt es um den Norweger aber ordentlich Wirbel.

Seit Ende 2019 ist Bjørndalen der Trainer der chinesischen Biathlon-Nationalmannschaft. Sein Auftrag: Die Skijäger aus dem Reich der Mitte bestmöglich auf die Olympischen Winterspiele 2022 vorbereiten, die bekanntlich in Peking über die Bühne gehen. Allerdings ist dieses Engagement auch umstritten, vor allem für die Menschenrechtsorganisation Norwegens.


Diese erhebt nun Vorwürfe gegen Bjørndalen. „Wenn du ein wichtiges Amt in einem totalitären Staat übernimmst, musst du dir deiner Entscheidung bewusst sein. Unsere Aufgabe ist es, zu erzählen, wie schlimm die Menschenrechtslage in China ist“, so John Peder Egenæs, der Chef von Amnesty Norway, gegenüber dem Portal VG.

Der Posten des Nationaltrainers ist ein zweischneidiges Schwert
Laut Egenæs betreibe China sogenannte Sportwäsche. Das bedeutet, dass ein Land Sportereignisse ausrichtet, um seinen Ruf zu verbessern und die Missstände – insbesondere in puncto Menschenrechte – zu übertünchen. Deshalb ist es laut dem norwegischen Amnesty-Chef bedenklich, in einem solchen Staat den Posten des Nationaltrainers anzunehmen. „Ich habe zu Ole gesagt, dass ich nicht entscheiden kann, wo er arbeitet. Ich hoffe aber, dass er sich bewusst ist, dass er in einem Projekt involviert ist, das offensichtlich Teil einer größeren Strategie der chinesischen Behörden ist.“

Mit acht Olympia-Goldmedaillen ist Bjørndalen einer der erfolgreichsten Winterolympioniken überhaupt. © APA / BARBARA GINDL


Was er tun soll? „Wenn es für Bjørndalen wichtig ist, diesen Job zu haben, dann sollte er unserer Meinung nach auch seine Stimme nutzen, um die chinesischen Behörden wegen Menschenrechtsverletzungen herauszufordern. Mir ist klar, dass dies ein schwieriger Balanceakt ist, da er den Job wahrscheinlich behalten möchte. Aber bei so einem wichtigen Thema sollte man das schon verlangen können“, sagt Egenæs.
Von der Diktatur benutzt?
Der 60-Jährige behauptet auch, dass Bjørndalen von der Diktatur benutzt wird. „Er ist Teil eines klaren Plans, China so schön wie möglich zu machen. Für China ist es wichtig, gut im Sport zu sein. Er ist der berühmteste Biathlet der Welt. Es ist vielleicht nicht der größte Sport, aber ihn ins Team zu bekommen, bedeutet Prestige, das für viel Ansehen sorgt.“

Bjørndalen selbst sagte vor einiger Zeit, dass er Vollzeit-Trainer sei. „Ich spüre kein politisches Spiel in dem, was ich tue. Ich konzentriere mich auf die Athleten und mache keine Gespräche über Propaganda mit irgendeinem Führer“, erklärte der Biathlon-Star.

Internationale Menschenrechtsorganisationen schlagen in Bezug auf China immer wieder Alarm. Todesstrafe, Folter, Umerziehungslager, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Medien- und Internetzensur sowie die Unterdrückung ethnischer Minderheiten sind nur einige Beispiele, wie die Menschenrechte im bevölkerungsreichsten Land der Erde verletzt werden.

Schlagwörter: Wintersport

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