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Baumgartner (vorne) und seine Crew geben Gas. © APA/afp / FRANCK FIFE

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Baumgartner (vorne) und seine Crew geben Gas. © APA/afp / FRANCK FIFE

Baumgartners Crew: Hammerwerfer und 100-Meter-Läufer

Der Pfalzner Bobpilot Patrick Baumgartner kämpft am Samstag und Sonntag um eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Wer aber sitzt da mit ihm im Bob?

Aus Cortina d'Ampezzo

Thomas Debelyak

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Thomas Debelyak

Beobachtet man ein Bob-Rennen, dann wird eine Sache sofort klar: Hier reiht sich ein Muskelpaket an das nächste. Vom Scheitel bis zur Sohle – hier ist jeder Athlet eine Muskel-Skulptur. So auch Patrick Baumgartner und seine Kollegen des Viererbobs, Eric Fantazzini, Robert Mircea und Lorenzo Bilotti.


Warum aber ist das so? Bobpilot Baumgartner muss bei dieser Frage lachen. „Eigentlich ist es ganz einfache Physik: Je mehr Gewicht, desto schneller der Bob. Allerdings geht’s nicht nur um das reine Gewicht: Bob ist eine explosive Sportart. Der Start ist entscheidend, und so müssen alle vier athletisch, flink und kräftig sein. Ein Bobfahrer sollte um die 100 Kilogramm wiegen.“

Kollegen aus anderen Sportarten

Der Pfalzner selbst ist der Pilot, also jene Figur, die den Schlitten durch den kurvigen Eiskanal navigiert. Seine drei Hintermänner sind dagegen für das Anschieben und Bremsen zuständig. Auch deshalb kommen sie oft aus anderen Sportarten.

Bobpilot Patrick Baumgartner. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

Bobpilot Patrick Baumgartner. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'


Eric Fantazzini, der direkt hinter Baumgartner sitzt, war früher ein begnadeter Hammerwerfer. „Gleichzeitig ist er auch ein schneller Läufer. Kraft und Schnelligkeit – das ist eine perfekte Kombo fürs Bobfahren“, so Baumgartner.

Gewichtheber und Sprinter

Position 3 nimmt Robert Mircea ein, der ebenfalls über Umwege zum Bobsport gekommen ist. Früher war er Rugby-Spieler und Italienmeister im Gewichtheben. Mit Baumgartner startet er auch im Zweierbob.

Der Viererbob von Patrick Baumgartner. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

Der Viererbob von Patrick Baumgartner. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'


An letzter Position gesetzt ist Lorenzo Bilotti. „Er kommt vom 100-Meter-Lauf, seine Bestzeit liegt bei 10.30 Sekunden, das ist sehr stark. Weil er unser schnellster Läufer ist, nimmt er die hinterste Position ein. Lorenzo ist schon seit 2016 in meinem Team dabei und eine wahre Rennmaschine: Im Wettkampf legt er nämlich immer noch einen Zahn zu.“

Am Sonntagmittag die große Medaillenchance

Für Baumgartner & Co. wird es heute ernst: Um 10 Uhr und um 11.57 Uhr steigen die ersten beiden Wertungsläufe, ehe am Sonntag das große Finale ansteht. Um 10 Uhr geht der dritte Lauf über die Bühne, ab 12.15 Uhr werden die letzten Olympia-Medaillen in Cortina d'Ampezzo vergeben. Baumgartner kämpft mit seinem Team um eine davon.

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