2 Eiskunstlauf

Kamila Valieva wurde des Dopings überführt. © ANSA / HOW HWEE YOUNG

Mit nur 15 Jahren: Russische Olympiasiegerin gedopt

Eigentlich hätte Russland den Teamwettbewerb im Eiskunstlauf gewonnen, doch vermutlich wird es keine Goldmedaille geben. Der Grund dafür ist Doping – doch der positive Befund liegt offenbar schon Wochen zurück.

Kamila Valieva gilt als das Riesentalent im Eiskunstlauf schlechthin. Die 15-Jährige schrieb am Montag in Peking Sportgeschichte, als sie als erste Frau zwei Vierfachsprünge stand. Doch jetzt liegt ein dunkler Schatten über der Leistung der Teenagerin, die bereits als neuer Star gefeiert und sogar von Hollywood-Legende Alec Baldwin für ihre herausragende Leistung gelobt wurde. Russland hatte mit Valieva den Teamwettbewerb vor den USA und Japan gewonnen. Auf Rang 4 landete Kanada. Die Azzurri, mit dem Meraner Daniel Grassl im Team, hatten den Sprung in das Finale verpasst.


Am Dienstag wurde in Peking die Siegerehrung der Eiskunstläufer verschoben, offiziell aus rechtlichen Gründen. Einen Tag später gab es übereinstimmende Medienberichte aus Russland, wonach die erst 15-jährige Valieva positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin (wird u.a. als Medizin bei Herzproblemen eingesetzt) getestet worden sei.

Russland mit Valieva (ganz links) dürfte die Goldmedaille aberkannt werden. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON

Eine Bestätigung dafür gab es zum damaligen Zeitpunkt weder vom IOC noch von russischen Vertretern – und zwar, weil es bei minderjährigen Dopingsündern keine Pflicht gibt, den Namen zu nennen. Mittlerweile machte Russland den Dopingfall offiziell. Welche Strafe der jungen Russin droht, ist noch offen. Juristen beraten über den Fall.
Test offenbar schon im Dezember bekannt
Wie die Gazzetta dello Sport am Donnerstag berichtet, habe es den positiven Dopingtest schon im Dezember gegeben. Dennoch habe Russland die 15-Jährige zu den Europameisterschaften nach Estland geschickt, wo sich Valieva den Titel schnappte. Der Fall birgt also zusätzliche Brisanz, da Russland ohnehin nur auf Bewährung an den Winterspielen teilnehmen darf. Aufgrund von Sanktionen infolge des Staatsdopingskandals um die Winterspiele 2014 in Sotschi tritt die Sportgroßmacht in Peking wie auch schon im Sommer in Tokio lediglich als Russisches Olympisches Komitee (ROC) auf. Die eigene Fahne und Hymne sind nicht zugelassen.

Valieva ist nicht die erste prominente Sportlerin, die aufgrund von Trimetazidin aus dem Verkehr gezogen wird. Vor vier Jahren wurde die russische Bobmannschaft positiv darauf getestet (es gab eine Sperre von 8 Monaten). Der bekannteste Name ist aber jener von Schwimmer Sun Yang. Der Chinese musste nach einem positiven Dopingtest seine drei Olympia-Medaillen von London (darunter eine Goldene) zurückgeben.

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