3 Eisschnelllauf

Gegen Robert Lehmann wird ermittelt. © AFP / TOSHIFUMI KITAMURA

Doping-Skandal: Verfahren gegen deutschen Eisschnellläufer

Erstmals hat die Nationale Anti-Doping-Agentur den Namen des mutmaßlich in den Blut-Doping-Skandal um den Erfurter Sportarzt Mark S. verwickelten Ex-Eisschnellläufers Robert Lehmann-Dolle offiziell bestätigt.

Gegen den 35 Jahre alten Deutschen werde ein sportrechtliches Disziplinarverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht wegen möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping Bestimmungen eingeleitet, teilte die NADA am Freitag mit.

Im Januar hatte die ARD-Doping-Redaktion berichtet, dass ein Eisschnellläufer in die als „Operation Aderlass“ bezeichnete Blutdoping-Affäre verwickelt sein soll. „Jetzt ist meine Hoffnung verpufft, dass sich der medial geäußerte Verdacht gegen Robert Lehmann als haltlos herausstellt“, reagierte Aktivensprecher Moritz Geisreiter nach der Veröffentlichung. „Jetzt müssen wir abwarten, was bei den Ermittlungen herauskommt“, sagte der Inzeller am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei hilfreich und wichtig, „dass die öffentlich gewordenen Vorwürfe nun konkret überprüft werden und durch das Verfahren gegebenenfalls die notwendigen Sanktionen ausgesprochen werden können“, hieß es in einer Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die Ergebnisse des Verfahrens erwarte der Dachverband „mit großem Interesse, weil sie für den gesamten Anti-Doping-Kampf von weitergehender Bedeutung sein können“.

3 Olympia-Teilnahmen

Mittelstreckler Lehmann gehörte jahrelang zur deutschen Eisschnelllauf-Auswahl und nahm 2006, 2010 und 2014 an Olympischen Winterspielen teil. Seine beste Platzierung verbuchte er in der Teamverfolgung 2006 in Turin auf Rang sieben. Der damals für den ESC Erfurt startende Lehmann war 2010 deutscher Meister über 1500 Meter und lief mit dem deutschen Trio insgesamt viermal auf ein Weltcup-Podest.

Bekannt ist, dass insgesamt mindestens 21 Sportler aus acht Nationen bei Sportmediziner Mark S. Blutdoping praktiziert haben sollen. Auslöser der staatsanwaltlichen Ermittlungen war der Film „Die Gier nach Gold“ der ARD. Der ehemalige österreichische Skilangläufer Johannes Dürr hatte in diesem Film Blutdoping zugegeben und dadurch die Razzien bei der Ski-WM in Seefeld und in Erfurt ausgelöst.

Autor: dpa/det

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