Wintersport

Anna Holmlund geht es wieder besser (Foto annaholmlund.com)

Ex-Skicrosserin Anna Holmlund: „An Weihnachten will ich wieder gehen“

Fast ein Jahr ist seit dem Tag vergangen, an dem sich das Leben der schwedischen Skicrosserin Anna Holmlund schlagartig verändert hat: Kurz vor Weihnachten 2016 stürzte sie beim Training in Innichen, zog sich schwere Kopfverletzungen zu und war monatelang im Koma. Jetzt geht es aber wieder langsam aufwärts.

Ein Sprung, etwas Rückenlage, Gleichgewichtsverlust, ein harter Aufprall auf den Boden – und plötzlich war nichts mehr, wie es einmal war. Während einer Trainingsfahrt in Innichen ereignete sich am 19. Dezember dieser schreckliche Unfall, bei dem sich Holmlund schwerste Gesichts- und Hirn-Verletzungen zugezogen hat. In Bozen musste die Skicrosserin, die mit 33 Weltcup-Podestplätzen und 19 Siegen sowie einer Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen als eine der besten ihrer Zunft galt, notoperiert werden, danach lag sie in Schweden monatelang im Koma. „Anna wird bleibende Schäden davontragen und nicht mehr so sein, wie man sie früher kannte“, hieß es damals.

Doch Holmlund machte Fortschritte: Im Mai dieses Jahres erwachte sie aus dem Koma, konnte sogar einfach kommunizieren. Mittlerweile durfte sie das Krankenhaus verlassen und wird zu Hause in Sundsvall von ihrem Vater Lars betreut. Bei der Reha stehen vor allem physische und kognitive Übungen auf dem Programm. Holmlund muss alltägliche Dinge wie essen oder trinken wieder lernen – und natürlich auch ihr Gedächtnis trainieren, dessen Leistungsfähigkeit nach der schweren Kopfverletzung stark eingeschränkt ist.

Ende Oktober trat Holmlund nun erstmals wieder in der Öffentlichkeit auf. ImRollstuhl sitzend war sie bei der Eröffnung des neuen Klubhauses des SC Alnö in ihrer Heimatstadt Sundsvall anwesend. Dabei zeigte die 30-Jährige, dass sie ihr Kämpferherz während all der schwierigen Monate nicht verloren hat: „Mein Ziel ist es, am Weihnachtsabend wieder gehen zu können.“ Damit aber nicht genug: Irgendwann will Holmlund wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen. „Eines Tages möchte ich wieder Skifahren. Dafür trainiere ich so hart wie als Sportlerin.“


SN/td


Autor: sportnews