Wintersport

Ein Polizeiauto vor dem Hotel Bergland, Mannschaftshotel der ÖSV-Langläufer © APA / GEORG HOCHMUTH

Festnahmen in Seefeld: 5 WM-Langläufer abgeführt

Die Behörden haben während der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Mittwoch in einer koordinierten Aktion mit dem Namen „Operation Aderlass“ bei 16 Hausdurchsuchungen 9 Personen festgenommen. Unter den Verhafteten befinden sich zwei österreichische WM-Langläufer und ein mehrfacher Weltcupsieger.

In Seefeld seien zwei Mitglieder der kriminellen Gruppierung sowie fünf Spitzensportler aufgrund richterlich bewilligter Anordnungen festgenommen sowie sieben Hausdurchsuchungen vollzogen worden.

Bei den festgenommenen Athleten handle es sich um zwei österreichische, einen kasachischen und zwei estnische Spitzensportler. Beim Kasachen handelt es sich wohl um den mehrfachen Weltcupsieger Alexey Poltoranin, die Esten dürften Andreas Veerpalu und Karel Tammjärv sein. Es gilt die Unschuldsvermutung, doch alle verdächtigten Athleten waren beim 15-Kilometer-Klassischrennen nicht mit dabei. Die festgenommenen Österreicher seien Polizeisportler aus dem Langlaufkader. Laut ÖSV-Rennsportdirektor Markus Gandler handelt es sich dabei um den 26-jährigen Vorarlberger Dominik Baldauf und den gleichaltrigen Steirer Max Hauke, die beide im Langlauf-Klassik-Teamsprint der WM in Seefeld Sechster geworden waren.

Hausdurchsuchungen auch in Deutschland

Gleichzeitig zu den Aktionen in Tirol sei in Deutschland ein Sportmediziner und ein deutscher Komplize festgenommen worden, wie das Bundeskriminalamt (BK) angab. Im Nachbarland fanden neun Hausdurchsuchungen statt.

Im Rahmen von seit mehreren Monaten andauernden internationalen Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Sportbetruges sowie der Anwendung von unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zu Dopingzwecken sei eine in Deutschland ansässige kriminelle Organisation um einen 40-jährigen Sportmediziner ausgeforscht worden, hieß es in einer BK-Mitteilung.

Zusammenhang mit der Causa „Dürr“

Die aus Erfurt agierende kriminelle Gruppierung sei dringend verdächtig, „seit Jahren Blutdoping an Spitzensportlern durchzuführen, um deren Leistung bei nationalen und internationalen Wettkämpfen zu steigern und dadurch illegale Einkünfte zu lukrieren“, hieß es weiter.

In Österreich hatte es bereits bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen und beim dortigen Weltcup 2018 behördliche Aktionen gegen die Teams aus Kasachstan und Russland gegeben. Vor wenigen Wochen hatte der österreichische Langläufer Johannes Dürr in einer ausführlichen TV-Dopingbeichte über verbotene Blutdopingpraktiken in Deutschland berichtet. Wie Dieter Csefan vom Bundeskriminalamt bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Innsbruck erklärte, hängen auch diese Aussagen mit der aktuellen Entwicklung zusammen.

Autor: fop/apa

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