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Eines der Gesichter der Spiele: Eileen Gu © APA/afp / ADEK BERRY

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Eines der Gesichter der Spiele: Eileen Gu © APA/afp / ADEK BERRY

Chinas Olympia-Star: Laufsteg, Physik und Goldjagd

Als Kind zweier Großmächte darf sich Eileen Gu der Aufmerksamkeit sicher sein. Bei den Winterspielen von Peking hielt die in den USA aufgewachsene und lebende Chinesin als 18-Jährige mit zweimal Gold im Big Air und in der Halfpipe dem immensen Druck der Gastgeber-Nation stand. Nun will der große internationale Star im Ski-Freestyle erneut glänzen.

Zählt man ihre Follower in den chinesischen Social-Media-Plattformen hinzu, übertrifft Eileen Gu auch Lindsey Vonn an globaler Reichweite. Die in San Francisco geborene Tochter eines Amerikaners und einer Chinesin ist eine der schillerndsten Figuren dieser Spiele. Laut Forbes gehört sie 2025 mit einem jährlichen Salär von 23,1 Millionen Dollar zu den am besten bezahlten Sportlerinnen der Welt – hinter drei Tennisspielerinnen.


Die 22-Jährige – die in China als Gu Ailing firmiert – steht auch als Model im Rampenlicht. An der renommierten Universität von Stanford belegte sie Kurse in Quantenphysik und internationaler Entwicklung. An Ehrgeiz mangelt es nicht. Sie wolle überall ihr Bestes geben, gab sie schon vor Jahren zu Protokoll. Die Vorbereitung auf die Spiele in Norditalien verlief auch deshalb nicht optimal. Neben Verletzungen grenzte auch das Studium die Trainingszeiten ein, wie Gu vor wenigen Tagen auf Instagram schrieb. Sie sei aber nun hier, „um möglichst viel Spaß zu haben und diese Erfahrung voll und ganz zu genießen“.

Eine Akrobatin: Eileen Gu © APA/afp / ADEK BERRY

Eine Akrobatin: Eileen Gu © APA/afp / ADEK BERRY


Der Weg zu Gold führt wohl nur über die Chinesin. Vor vier Jahren kam zu Doppel-Gold noch Silber im Slopestyle hinzu. Gu wurde damit zur ersten Freeskierin, die drei Medaillen in einem Olympia-Event gewann und zur jüngsten Freestyle-Olympiasiegerin überhaupt. Selbstvertrauen holte sie sich damals im Stubaital. Im Vorfeld der Spiele landete Gu dort als erste Frau der Geschichte einen „Double Cork 1440“, einen Sprung mit zwei Saltos samt vier Drehungen um die eigene Achse.

Im Weltcup tritt Gu nur sporadisch auf. Zuletzt musste sie in Laax antreten, um sich überhaupt für den olympischen Slopestyle-Bewerb zu qualifizieren. „Den hat sie schnell gewonnen“, berichtete Lara Wolf, Österreichs Solokämpferin bei den Freeski-Frauen. „Oft frage ich mich schon, wie sie das mental macht, und welche Strategien sie hat. Sie ist im Kopf einfach unfassbar stark und zeigt Tricks, für die man viel Überwindung braucht.“

Diskussion um Nationenwechsel

Dass sich die gebürtige Kalifornierin nach ihrer Ausbildung in den USA im Jahr 2019 für ein Antreten für China entschied, sorgte für Diskussionen, die auch Jahre danach anhalten. Gu selbst gab stets an, sich als Vermittlerin zwischen den beiden sich wenig wohlgesinnten Großmächten zu sehen. „Niemand kann leugnen, dass ich Amerikanerin bin. Niemand kann leugnen, dass ich Chinesin bin“, sagte sie 2022. Oder auch: „In den USA bin ich Amerikanerin, in China bin ich Chinesin.“

Eileen Gu ist die Dominatorin der Freestyle-Szene. © APA/afp / ODD ANDERSEN

Eileen Gu ist die Dominatorin der Freestyle-Szene. © APA/afp / ODD ANDERSEN


Um ihren Nationenstatus herrscht Rätselraten. Doppelstaatsbürgerschaften sind in China offiziell nicht zulässig. Ob sie jemals ihre US-Staatsbürgerschaft zurückgelegt hat, darauf ist Gu nie richtig eingegangen. „Es ist bedauerlich, dass die Leute mehr auf meine Nationalität fixiert sind als auf meine Leistung“, gab sie zu Protokoll. In Livigno angekommen, schrieb sie, dass ihre Mission immer die gleiche bleibe. Sie wolle mehr junge Menschen (insbesondere Mädchen) für das Freeskiing begeistern, den Frauen-Skisport fördern und ihn auf der Weltbühne würdig vertreten.

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