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Flora Tabanelli hat ein olympisches Märchen erlebt. © APA/afp / KIRILL KUDRYAVTSEV

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Flora Tabanelli hat ein olympisches Märchen erlebt. © APA/afp / KIRILL KUDRYAVTSEV

Das Tabanelli-Märchen: Mit Kreuzbandriss zu Bronze

Flora Tabanelli hat sich in Livigno mit dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille einen Lebenstraum – und das in ihrem einzigen Wettkampf diese Saison.

Die richtigen Worte für ihr olympisches Märchen konnte die 18-jährige Freestylerin erst einmal nicht finden. „Ich kann es nicht glauben“, wurde Flora Tabanelli von der Gazzetta dello Sport zitiert. Im Finale beim Big Air bewegte sich das italienische Top-Talent wieder einmal auf Augenhöhe mit den Besten der Welt, hinter Olympiasiegerin Megan Oldham (180,75 Punkte) und Superstar Eileen Gu (179,00) reichte es für Tabanelli zur Bronzemedaille (178,25). „Für mich geht ein Traum in Erfüllung.“


Ein Traum, an den vor wenigen Monaten niemand so recht hatte glauben wollen. Anfang November erlitt die Azzurra, welche vergangene die Disziplinenwertung im Big Air für sich entschieden hatte, im rechten Knie einen Riss des vorderen Kreuzbandes. Eine Operation hätte bedeutet, dass Tabanelli die Winterspiele in ihrem Heimatland verpassen würde. Sie und ihr Team entschieden sich dagegen.

Mit Titan-Orthese zur Bronzemedaille

Trotz des Verzichts auf eine Operation fielen Einsätze im Weltcup für Tabanelli ins Wasser. So kam es in Livigno tatsächlich zum Szenario, dass sie im Schein der fünf Ringe ihren einzigen Wettkampf der Saison absolvieren würde. Mehr Druck geht eigentlich nicht. „Im Finale trug ich eine Titan-Schiene, die mir hilft, das Knie zu stabilisieren, das ja immer noch verletzt ist. Wir mussten weitere Verletzungen vermeiden“, schilderte sie.
„Beim letzten Run habe ich einen Sprung versucht, den ich im vergangenen Jahr vielleicht insgesamt nur zwei Mal gestanden habe.“ Flora Tabanelli

An die Schiene habe sich die Italienerin nie richtig gewöhnt, „weil sie in den Skischuh hineinragt und ich mich dadurch nicht ganz wohlfühle.“ Das hielt sie aber genauso wenig wie die Verletzung davon ab, im bislang wichtigsten Moment ihrer Karriere über sich hinaus zu wachsen. „Beim letzten Run habe ich einen Sprung versucht – den 1620 – den ich im vergangenen Jahr vielleicht insgesamt nur zwei Mal gestanden habe. Ich fühlte mich bei diesem Sprung nicht wirklich sicher, aber ich wollte alles riskieren. Denn wenn man es nicht in einem olympischen Finale tut, wann dann?“

Eileen Gu, Megan Oldham und Flora Tabanelli. © ANSA / ALEX PLAVEVSKI

Eileen Gu, Megan Oldham und Flora Tabanelli. © ANSA / ALEX PLAVEVSKI


Ein Risiko, welches sich bekanntlich bezahlt machen sollte. Doch wie geht es nach dem Bronze-Märchen weiter? „Das war mein einziger Wettkampf 2026. Davor war ich verletzt und habe keine anderen Wettbewerbe bestritten“, so Tabanelli. „Nach diesen Spielen werde ich operiert, um in der nächsten Saison stärker zurückzukehren.“

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