6 Freestyle

Silvia Bertagna nach dem wohl letzten Olympia-Auftritt ihrer Karriere. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Silvia Bertagnas bitter-süßer Abschluss

Es könnte der letzte ganz große Auftritt in der Karriere von Silvia Bertagna gewesen sein: Beim Olympischen Slopestyle-Bewerb zeigte die 35-jährige Südtirolerin nochmal ihr Können, wenngleich nicht alles nach Wunsch verlief.

Vor wenigen Tagen noch war Silvia Bertagna am Boden zerstört, nachdem sie in ihrer Paradedisziplin, dem Big Air, zu Sturz kam. An diesem Dienstag hat sie ihr Lächeln zurückgewonnen. Nachdem sie bereits in der Quali des Slopestyle-Bewerbs Wiedergutmachung betrieben hatte, durfte sie im Finale der besten zwölf Freestyler der Welt nochmal ihr Können beweisen.


Nach einem nicht fehlerfreien ersten Lauf ging sie bei ihrer zweiten Fahrt auf Nummer sicher und baute sich mit einer soliden, risikofreien Vorstellung das Fundament, um ihr bislang bestes Olympia-Ergebnis (Platz 8, 2014 in Sotschi) zu toppen. Ihr Vorhaben scheiterte aber bereits zu Beginn des dritten Durchgangs: Bertagna kam im oberen Teil des Parcours mit zu viel Schwung über eine Rail und konnte die anschließende Landung nicht stehen. Damit war der Bewerb für sie gelaufen.

Bertagna nahm ihre verpatzte letzte Fahrt aber gelassen, winkte in die TV-Kameras und wartete im Ziel geduldig auf ihre Endplatzierung. Dort leuchtete auf der Anzeigetafel schließlich Rang 10 auf. Es war dies wohl der letzte Olympia-Auftritt in der langen Karriere der erfahrenen Grödnerin, die in ihrer Sportart nicht nur in Südtirol wahre Pionierarbeit geleistet hat, in den vergangenen Jahren aber immer wieder durch Knieverletzungen zum Zuschauen gezwungen war. Als größter Erfolg steht Bertagna in ihrer Laufbahn der Gewinn des Big-Air-Weltcups in der Saison 2018 zu Buche. Zudem stand sie bei 44 Weltcupeinsätzen 8 Mal am Podium (ein Sieg).

Nur eine ist besser als Gu

Beim Olympischen Slopestyle-Bewerb in China standen dieses Mal andere Athletinnen ganz oben – darunter neuerlich Chinas Superstar Eileen Gu. Nach Gold im Big Air holte sie am Dienstag die Silbermedaille. Die 18-Jährige musste sich in Zhangjiakou einzig der Schweizerin Mathilde Gremaud geschlagen geben. Bronze ging an Kelly Sildaru aus Estland.

Mathilde Gremaud holte sich die Goldmedaille. © APA/afp / BEN STANSALL


Nach einem Sturz im zweiten Lauf schob sich Gu mit 86,23 Punkten im dritten nach vorne. Am Donnerstag will sie sich dann noch für das Finale in der Halfpipe qualifizieren. Die gebürtige Amerikanerin, die für Gastgeber China startet, ist eine der schillerndsten Figuren dieser Spiele.



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