Wintersport

Kerttu Niskanen war eine von vielen Nutznießern der perfekten Bedingungen. © Kerttu Niskanen

Gold-Faktor Südtirol: Wie die Seiser Alm Olympiasiege einfuhr

Höhentraining ist im Langlaufsport aus der Vorbereitung auf eine erfolgreiche Weltcup Saison nicht mehr wegzudenken. Insbesondere Trainingslager auf der Seiser Alm haben bei den führenden Langlauf Nationen Tradition – die in Peking für einen regelrechten Medaillenregen sorgte.

Bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Olympischen Spielen in Peking galten solche Trainingslager bereits im Vorfeld als absolut entscheidender Faktor, denn im Langlauf- und Biathlonzentrum Kuyangshu in der nordchinesischen Provinz Hubei fanden alle Wettkämpfe auf auf einer Höhe von mindestens 1700 m ü. M. statt.


Nicht nur die besonders schweren, oft stumpfen Strecken bei teilweise extremer Kälte, auch die Höhe stellte die Athleten vor echte Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund tummelte sich ein noch dichteres Aufgebot an Langlauf Superstars auf den Loipen der Seiser Alm als in anderen Jahren: Nicht nur Stammgäste, wie die norwegischen Langläufer, auch die überragenden Teams aus Russland und Finnland zog es bereits kurz Neujahr auf die Seiser Alm, wo auf knapp 80 Loipenkilometern in Höhenlagen zwischen 1800 und 2000 m ü. M. eine ideale Vorbereitung auf die mitunter grenzwertigen Bedingungen in Kuyangshu möglich war.

Die goldene Seiser Alm

Der charakteristische Panoramablick von der Joch-Loipe Richtung Schlern dominierte ab Ende Januar die Instagram Kanäle der Langlauf Elite: Von Therese Johaug (drei Goldmedaillen) und ihrem Teamkollege Johannes Høsflot Klæbo (zweimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze) über Russlands Superstars angeführt von Aleksandr Bolshunov (drei Mal Gold, einmal Silber, einmal Bronze) bis zu den finnischen Geschwistern Kerttu und Iivo Niskanen (zusammen einmal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze) präsentierten sie sich alle gut gelaunt und offenbar begründet optimistisch beim Training auf den sonnigen Loipen der Alm.

Gold dank optimaler Vorbereitung: Therese Johaug. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

Bei insgesamt 24 von 36 bei den Langlaufwettbewerben vergebenen Medaillen spielte das Höhentraining auf der Seiser Alm Teil eine Rolle in der unmittelbaren Vorbereitung. Der Erfolg war jedoch kein Selbstläufer: Trotz günstiger Schneebedingungen schienen die Vorbereitungen mancher Teams zunächst unter keinem guten Stern zu stehen, insbesondere bei den Norwegern kam es Ende Januar zu positiven Covid Testergebnissen, die mit Staffel Weltmeisterin Heidi Weng und dem zweimaligen Olympiasieger Simen Hegstad Krüger gleich zwei Topläufer aus dem Verkehr zogen.

Letzterer konnte erst mit einer Woche Verspätung die für die Teilnahme erforderlichen Negativtests vorlegen und gerade noch rechtzeitig zum auf 30 km verkürzten Skimarathon anreisen, bei dem er eine angesichts der vorausgegangenen Quarantäne geradezu sensationelle Bronzemedaille gewinnen konnte.

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