o Langlauf

Ist bedient: Johannes Høsflot Klæbo. © AFP / CHRISTOF STACHE

Die gnadenlose Abrechnung des Star-Langläufers: „Habe es so satt“

Lange hat Johannes Høsflot Klæbo zu den Vorfällen bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf geschwiegen. Nun meldet sich der Langlaufstar zu Wort – und rechnet gnadenlos ab. Mit seinem Konkurrenten Alexander Bolshunov, vor allem aber mit der FIS.

Es waren denkwürdige Szenen, die sich am letzten Tag der nordischen Skiweltmeisterschaft in Oberstdorf Anfang März abgespielt haben. Johannes Høsflot Klæbo lief im 50-Kilometer-Rennen nach einem imposanten Kraftakt im Zielsprint zur Goldmedaille, für seinen Erzrivalen Alexander Bolshunov blieb – auch wegen eines gebrochenen Stockes kurz vor der Ziellinie – nur die Bronzemedaille. Doch dann sah sich die Rennjury den finalen Sprint noch einmal genauer an und kam zum Schluss, dass Klæbo Bolshunov behindert hatte. Folglich wurde der Norweger disqualifiziert.


Wie sich Klæbo in diesen Momenten gefühlt hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Vor die Presse trat der junge Skandinavier nämlich nicht. Und auch in den folgenden Tagen äußerte er sich nur oberflächlich zu den Vorfällen – bis jetzt. Auf seinem YouTube-Channel veröffentlichte der 24-Jährige am Dienstag ein Video, in dem er die Geschehnisse kommentiert. Aufgenommen hat er diesen Clip nur wenige Stunden nach seiner Disqualifikation, fast vier Wochen später macht er es nun publik. Der Ton, den Klæbo anschlägt, ist hart.

Seitenhiebe gegen FIS und Bolshunov
„Wie ihr mitbekommen habt, bin ich disqualifiziert worden“, beginnt der Norweger seine Ausführung. „Ich finde das verrückt. Ich habe so viele Schlusssprints bestritten und weiß, wie man sich dort verhält. Ich hatte alles unter Kontrolle. Dann hat er (Bolshunov, Anm. d. Red.) mich aus dem Kurs gedrückt, und das, obwohl ich zunächst weit weg von ihm war. Ich finde, ich habe nichts falsch gemacht. Das zeigen die Videos auch. Ich habe so viele Sprints gemacht, bisher aber noch nie erlebt, dass mich jemand so aus der Spur gedrückt hat. Er versucht ja gar nicht, meine Spur zu übernehmen, sondern will mich einfach nur stoppen. Das ist alles so unfair, diese Welt ist brutal.“
„Wie die FIS Probleme löst, ist fürchterlich.“
Johannes Høsflot Klæbo
Klæbo geht auch mit dem Weltverband FIS, der ihn disqualifizierte, hart ins Gericht: „Ich habe die FIS so satt. Wie die Probleme lösen, ist fürchterlich. Sie haben in der Vergangenheit so viele Fehler gemacht, irgendwie haben sie Angst, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich sitze einfach hier und bin sprachlos und enttäuscht. Das ist der schlimmste Tag meines Lebens.“

Harte Worte von Klæbo, die zeigen, dass er dieses WM-Trauma immer noch nicht überwunden hat. Da sind auch seine drei weiteren Goldmedaillen (eine im Sprint, zwei in der Staffel) nur ein schwacher Trost.

Schlagwörter: Wintersport

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Kommentare (3)

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Hermann Zanier [melden]

PS zu vorhin: als Italien die Herrenstaffel im Langlauf gewann, wurden die Sportler als Rotweintruppe betitelt

31.03.2021 15:24

Christian Helmert [melden]

In Norwegen nimmt man es nicht so genau mit den Doping Kontrollen. Asthma Mittel bekommt dort fast jeder Langläufer vom Arzt verschrieben. Bei all den Anderen, die kein Rezept haben, nennt man das Doping !!! Johaug ist das beste Beispiel, sie bekam nur eine kurze Sperre, dann konnte sie wieder allen davon laufen. Und das, was bei der WM der Klaebo machte, dass ist nun mal regelwidrig und musste geahndet werden. Bolshunow wurde die Goldmedaille gestohlen !!!

31.03.2021 15:23

Hermann Zanier [melden]

Jeder sieht die Vorkommnisse aus seine Art; ganz so recht mit eine Beeinträchtigung durch seinen Gegner hat er nicht, er kommt von hinten und er kann nicht verlangen, dass dieser ehrfurchtsvoll zur Seite hüpft. Die Norweger sind es nicht gewöhnt, dass man ihnen nicht die gebotene Ehrfurcht entgegenbringt

31.03.2021 15:22

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