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Johannes Dürr hat die WADA in die Kritik genommen. © Screenshot

Dürr attackiert Anti-Doping-Agentur: „Vorgaukeln, dass es sauberer Sport ist“

Der österreichische Skilangläufer Johannes Dürr hat nach seiner Dopingbeichte die Welt-Anti-Doping-Agentur angegriffen. Zusammen mit den Verbänden stecke die WADA unter einer Decke.

„Die Abhängigkeiten sind totaler Schwachsinn. Die Verbände sind abhängig von der Wada und umgekehrt. Und was ist das Interesse? Dass es so wenig positive Tests wie möglich gibt. Niemand hat etwas davon, wenn 100 Athleten auffliegen, denn dann interessiert sich niemand mehr für den Sport. Aus meiner Sicht ist das ein Spiel, das der Welt vorgaukeln soll, dass es um sauberen Sport geht. Dabei geht es einzig und allein um Geld“, sagte Dürr im Interview mit Spiegel Online.

Nach Doping-Geständnis: Anfeindungen von Leistungssportlern

Es gehe Dürr nicht darum, mit dem Finger auf einzelne Personen zu zeigen, „das Problem besteht in dem System als solchem, in dem ich zum Täter geworden bin. Ein Teil davon ist die WADA“, sagte Dürr.

Nachdem der 31-Jährige aus der Bevölkerung überwiegend positives Feedback nach seinem Geständnis im ARD-Film „Die Gier nach Gold - Der Weg in die Dopingfalle“ bekommen hatte, kamen seine Aussagen bei einigen Kollegen nicht gut an. „Innerhalb der Leistungssport-Blase erfahre ich Anfeindungen, die mir sehr zu schaffen machen. Es ist kein gutes Gefühl, als Verräter dargestellt zu werden“, sagte Dürr.
„Solche Äußerungen finde ich traurig und heuchlerisch.“
Johannes Dürr über die deutschen Langläufer Dobler und Bögl

Die anschließenden Aussagen der deutschen Langläufer Jonas Dobler und Lucas Bögl, die dem Österreicher vorwarfen alle Langläufer unter Generalverdacht zu stellen, nannte Dürr „traurig und heuchlerisch. Es wird auf ein einzelnes schwarzes Schaf gezeigt und so getan, als sei das Problem aus der Welt geschafft, wenn man den Einzeltäter entfernt.“

Der 2014 überführte Dürr, der mit der Antholzerin Miriam Taschler einen gemeinsamen Sohn hat, hatte Doping mit EPO und Wachstumshormon sowie Eigenblutdoping eingeräumt und erklärt, dass der Sprung an die Weltspitze ohne den Missbrauch nicht möglich gewesen sei.

Autor: cst/sid

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