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Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei Olympia kehren Maja Dahlqvist (Erste v.l.) und Frida Karlsson (Dritte v.l.) dem schwedischen Nationalteam den Rücken zu. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

In Schweden gehen die Wogen hoch: Ein Langlauf-Trio hat genug

Der schwedische Ski-Verband kassiert einen Schlag ins Gesicht: Nach Linn Svahn verliert das Langlauf-Nationalteam auch Frida Karlsson und Maja Dahlqvist. Nun haben die beiden Athletinnen ihre Beweggründe genannt.

Die Austritts-Welle im stärksten Frauen-Team des Langlaufsports geht weiter. Erst Mitte Mai hatte die 22 Jahre alte Sprintsensation Linn Svahn mitgeteilt, dass sie nach ihrer schweren Schulterverletzung und der komplett verpassten Weltcupsaison nicht wieder zurück zur Landesauswahl stoßen wird und sich in Eigenregie auf die Saison vorbereiten will.


Anders Byström, Leiter der Langlauf-Nationalmannschaft Schwedens, gab sich hinterher „bestürzt“. In Svahn verliere das Team „eine wunderbare Persönlichkeit“.

Bereits im vergangenen Jahr entschied sich die schwedische Weltcupathletin Anna Dyvik aus der Nationalmannschaft auszutreten, um auf eigene Faust zu trainieren. Es kriselt also in der schwedischen Nationalmannschaft.

Frida Karlsson begründete ihren Austritt aus der Nationalmannschaft gegenüber der schwedischen Zeitung Sportbladet wie folgt: „Diese Entscheidung gibt mir mehr Zeit, mit den Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen ich das auch möchte!“

„Es geht um Optimierung und überhaupt nicht ums Geld!“ Frida Karlsson

Die 22-Jährige gilt als legitime Nachfolgerin der zurückgetretenen Dominatorin Therese Johaug. Im zarten Alter von 19 Jahren konnte sie bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Seefeld 2019 Silber im zehn Kilometer Einzel, Bronze im Massenstart und als Schlussläuferin Gold in der Staffel holen. Mittlerweile hält sie bei sieben Medaillen bei Großveranstaltungen und drei Weltcupsiegen. Der vergangene Winter lief für die Langläuferin nicht wie gewünscht, nach zwei Siegen zu Beginn der Saison, zeigte ihre Formkurve stark nach unten, schließlich beendete sie den Weltcup auf den für sie enttäuschenden zwölften Rang. Mit ein Grund, um künftig eigene Wege zu gehen.

Zusammen mit Karlsson hat ihre gute Freundin und Zimmerkollegin Maja Dahlqvist ihren Abschied aus dem Nationalteam verkündet. Die 28-jährige Sprintspezialistin gewann im abgelaufenen Winter überlegen den Sprint-Weltcup. Beide Seiten haben sich scheinbar nicht auf finanzielle Vereinbarungen einigen können.

Superstar Frida Karlsson wird künftig auf eigene Faust trainieren. © APA/afp / VESA MOILANEN

Bei Karlsson hätten finanzielle Aspekte keine Rolle gespielt. Beide Athletinnen waren bereit Kompromisse einzugehen. Karlsson erklärte: „Es geht um Optimierung und darum, mehr Tage zu Hause zu verbringen und den roten Faden im Training aufrechtzuerhalten. Es geht überhaupt nicht um das Geld.“ Die Entscheidung sei ihr aber nicht leichtgefallen, führte die Schwedin weiter aus.

Lars Öberg, Schwedens Langlaufmanager, bestätigte: „Ich finde es traurig, dass Frida und Maja nicht länger Teil der Nationalmannschaft sein wollen. Unser Nationalmannschaftsmodell hat einen starken Beitrag zu ihrem Fortschritt geleistet.“

Nach drei Weltcupsiegen in Folge hat Maja Dahlqvist genügend Einfluss um sich vom Verband abzuwenden. © ANSA / KIMMO BRANDT

Auf die Gründe angesprochen, gab sich Öberg bedeckt. Er wolle aus Respekt nicht ins Detail gehen. Ausschlaggebend für ihren Austritt dürfte wohl ihre fehlende Zustimmung für neue Sponsoring-Vereinbarungen gewesen sein. Mit zwölf von 14 Ski-Läuferinnen hatte sich der Verband einigen können, am letzten Freitag endete die Frist.

Karlsson hat seit Jahren Per Nilsson, den neuen Disziplintrainer der deutschen Auswahl, als Privattrainer an ihrer Seite, diese Zusammenarbeit soll auch weiterhin bestehen bleiben.

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