o Langlauf

Ingvild Flugstad Østberg will endlich wieder lächeln können. © am

Norwegens Sorgenkind im Höhentraining auf der Seiser Alm

Die Gesamtweltcupsiegerin von 2019 Ingvild Flugstad Østberg durchlebt die mit Abstand schlimmste Zeit ihrer erfolgreichen Karriere und hat drei furchtbare Jahre hinter sich. Nachdem sie ihren Platz im norwegischen Nationalkader verloren hat, bereitet sie sich in Südtirol auf eigene Faust auf die anstehende Saison vor.

Ingvild Flugstad Østberg galt lange Zeit als eine der absolut besten Langläuferinnen der Welt. Ihr Potential ließ die mittlerweile 31-jährige Norwegerin bereits durch den Gewinn von vier Goldmedaillen bei den Juniorenweltmeisterschaften 2009 aufblitzen. Zusammen mit ihrer guten Freundin Therese Johaug wurde sie als legitime Nachfolgerin der erfolgreichsten Langläuferin aller Zeiten Marit Bjørgen gehandelt. Auf ihren ersten Weltcupsieg 2013, folgten zwei Olympiasiege, sechs WM-Medaillen, ein Tour-de-Ski-Erfolg und schließlich der Gesamtweltcupsieg im Jahr 2019. Danach wandte sich ihre Laufbahn zum Negativen.

Essstörung und psychische Probleme

Nachdem Østberg nochmals einiges an Körpergewicht verloren hatte, wurde sie vom norwegischen Verband für sieben Weltcuprennen gesperrt, da sie die medizinischen Voraussetzungen für einen Start nicht erfüllen konnte. Im März desselben Jahres erlitt sie eine Stressfraktur in der Ferse und verpasste weitere Weltcupstationen. Im Laufe der Saisonsvorbereitung entwickelte sie eine Essstörung, litt an Übertraining und konnte ihr Körpergewicht nicht halten.


Magersucht im Ausdauersport ist ein bekanntes Problem. © APA/afp / JOE KLAMAR

Für die gesamte WM-Saison 2020-21 wurde ihr wiederum aus gesundheitlichen Motiven die Starterlaubnis entzogen. Erst im November 2021 gab sie ihr Comeback im Weltcup. Nach durchwachsenen Leistungen und immer noch labilen Gesundheitszustand bekam Østberg vom Verbands-Arzt erneut den Riegel vorgeschoben. Kurz darauf brach sie ihre Saison komplett ab, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking fiel ins Wasser und auch ein Rückzug aus dem Profisport stand im Raum. Die ehemalige Fußballspielerin gestand auch mental am Ende ihrer Kräfte zu sein.

Neustart auf eigene Faust

Nach 13 Jahren in der Nationalmannschaft wurde Østberg nach dem vergangenen Winter endgültig aus dem Kader geworfen und versucht seither ihre Karriere allein wieder in Schwung zu bringen. Ihr Ziel ist es in den Weltcup zurückzukehren und an den Weltmeisterschaften in Planica 2023 teilzunehmen. Bei ihrem bis dato letzten Auftritt bei einem Großanlass, der WM in Seefeld 2019, räumte sie bei jedem Wettkampf eine Medaille ab.

Um an ihrer Form zu feilen, verbrachte die 31-Jährige zusammen mit ihrem neuen Privatteam 16 Tage in der Höhe, zuerst auf der Seiser Alm, später in der Trainingshochburg Livigno. Wo vor allem lange Bergtouren und Skiroll-Einheiten auf dem Programm standen. Für den anstehenden Weltcup-Auftakt Ende November will sie sich über die nationalen Rennen qualifizieren, um nach dreijähriger Leidenszeit dort auf die internationale Ski-Bühne zurückzukehren.

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