
Einar Hedegart (Mitte) bleibt dem Langlauf erhalten. © APA/afp / TERJE PEDERSEN
Olympiasieger beendet Rätselraten: „Als hätte ich Schluss gemacht“
Das Warten ist vorbei: Ein zweimaliger Langlauf-Olympiasieger aus Norwegen hat sich offiziell gegen einen Wechsel ins Biathlon entschieden. Zwei Legenden des Sports bedauern das.
21. April 2026
Von: nie
„Es fühlt sich an, als hätte ich mit jemandem Schluss gemacht“, erklärte Einar Hedegart im Interview mit dem norwegischen Nachrichtenportal VG. Wie der 24-jährige Norweger am Dienstag verkündete, wird er sich vorerst allein auf Langlauf konzentrieren – ein Wechsel in das Lager der Biathleten ist damit vom Tisch. In den vergangenen Wochen war viel über die Zukunft Hedegarts, der sich bei den zurückliegenden Winterspielen in der Staffel und im Teamsprint zum Olympiasieger krönte, spekuliert worden. Nun beendete er das Rätselraten kurzerhand.
Der Grund für seine Entscheidung ist simpel: „Sie konnten mir keinen Platz in der Elitemannschaft anbieten“, gab er einen Einblick in die Gespräche mit dem norwegischen Verband. Sich aus der zweiten Reihe in die absolute Spitze vorkämpfen – das sprach Hedegart nicht sonderlich zu. „Ich habe deutlich gemacht, dass ich das nicht will und dass ich zur Elite gehören möchte.“
Bø-Brüder trauern Hedegart hinterher
Im Streit sei man nach den Verhandlungen übrigens nicht auseinandergegangen. „Ja, ich bin enttäuscht, aber ich war auch darauf vorbereitet. Ich möchte aber hinzufügen, dass ich einen guten Dialog mit dem Biathlonverband hatte“, so Hedegart. „Dort wurde eine gründliche Prüfung vorgenommen.“Ins kalte Wasser wäre der Skandinavier bei einem Wechsel nicht gesprungen. Hedegart gilt als Multitalent, im März 2023 absolvierte er sogar zwei Weltcuprennen als Biathlet – und landete jeweils in den Punkten. Darüber hinaus wurde er 2025 norwegischer Meister im Massenstart, zwei Jahre zuvor eroberte er bei den Juniorenweltmeisterschaften zweimal Silber (Einzel, Verfolgung) und einmal Gold (Staffel). Daher sorgte seine jüngste Entscheidung auch für Bedauern im Biathlon-Lager.
„Und vielleicht kommt er dann zurückgekrochen. Ich hoffe es.“ Tarjei Bø
„Es war es wert, ihm eine Chance zu geben. Er ist der beste Läufer der Welt. Wäre er mit den besten Biathleten der Welt in einem Team gewesen, hätte er sehr gut werden können“, meinte Biathlon-Ikone Johannes Thingnes Bø im Interview mit NRK. Sein Bruder Tarjei ging in seinem Fazit einen Schritt weiter: „Nach einigen Jahren dort im Langlauf wird er wahrscheinlich realisieren, dass es auf Dauer langweilig ist. Und vielleicht kommt er dann zurückgekrochen. Ich hoffe es“, sagte er mit einem Augenzwinkern und bot sich ganz nebenbei als Schießtrainer an.
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