o Langlauf

Johannes Høsflot Klæbo, Ausnahme-Athlet aus Norwegen. © AFP / CHRISTOF STACHE

Zoff der Langlauf-Stars: „Ich hasse es, das zu hören“

Obwohl der Weltcup-Winter noch meilenweit entfernt ist, gehen im Langlauf-Lager die Wogen hoch. Über die Medien liefern sich die Stars der Szene eine Schlammschlacht.

Norwegens Langläufer sind dafür bekannt, sich mit ihrer Meinung stets klar zu positionieren. Das ist beim Russland-Konflikt nicht anders. Die Sanktionen gegen russische Sportler müssen aufrecht erhalten bleiben, sagte Even Northug erst kürzlich in einem Interview mit der norwegischen Tageszeitung VG.


„Ich möchte keine russische Flagge oder russische Nationaltracht sehen“, so die klaren Worte des 26-Jährigen, der der jüngere Bruder des zurückgetretenen norwegischen Stars Petter Northug ist. Denn: Der Krieg müsse Konsequenzen für Russland haben, auch wenn es sportlich natürlich ein Verlust wäre, wenn Top-Stars wie Alexander Bolshunov nicht dabei sein würden, führt der Norweger weiter aus.

Even Northug hat eine klare Meinung. © AFP / JENS SCHLUETER


Hintergrund: Russlands Sportler sind seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Noch ist unklar, wie es zur neuen Saison aussieht. Rückendeckung für seine Aussagen erhält Northug jedenfalls von Johannes Høsflot Klæbo, den Superstar der Langlaufszene. Er hat mehrfach betont, dass russische Sportler aktuell bei internationalen Wettkämpfen nicht erwünscht seien.
Die Retourkutsche aus Russland
Es dauerte nicht lange, bis es aus Russland zu einer Reaktion kam. „Die russischen Sportler fahren zum Weltcup und zur Weltmeisterschaft, aber nicht zu ihm persönlich. Seine Meinung ist das Letzte. Er soll sich auf die Zunge beißen“, sagte ein erzürnter Yuri Borodavko, Trainer der russischen Langläufer, in Richtung Northug. „Ich würde sagen, das Niveau der Heuchelei hat eine neue Ebene erreicht. Durch die Abwesenheit der Russen hat er (Northug) die Möglichkeit, in die norwegische Mannschaft aufzusteigen, da er dort, soweit ich weiß, keine Hauptfigur ist. Er verfolgt also alles aus egoistischem Interesse“, meint unterdessen der russische Langlauf-Experte Dmitry Guberniev.

Superstar Alexander Bolshunov. © AFP / ODD ANDERSEN


Auch Russlands Superstar Alexander Bolshunov, neben Klæbo der aktuell beste Langläufer der Welt, hat den Disput mitbekommen. Im Gespräch mit Ria Sport erklärt er: „Ich versuche nicht darüber nachzudenken, aber natürlich möchte ich international antreten, um zu beweisen, wer wirklich der stärkste Langläufer im Weltcup ist. Es ist nicht sehr angenehm zu hören, wenn Johannes Klæbo sagt, er wolle die Russen nicht bei der WM sehen. Ich hasse es, das zu hören.“ Man darf gespannt sein, wie es in dieser brisanten Angelegenheit weitergeht.

Empfehlungen

Kommentare (1)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

Hermann Zanier [melden]

Selbstverständlich sollen die Russen an den Wettkämpfen teilnehmen dürfen, alles andere wäre oder besser ist eine Schweinerei.

21.06.2022 17:07

© 2022 First Avenue GmbH