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Eine italienische Langläuferin hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten. © AFP / PIERRE TEYSSOT

Wintersport

Eine italienische Langläuferin hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten. © AFP / PIERRE TEYSSOT

„Meine Tochter ist tot und keiner hat sich entschuldigt“

Eine ehemalige italienische Langläuferin hat in einem emotionalen Interview über einen Schicksalsschlag gesprochen.

In ihrer Karriere als Langläuferin wurde die Leidensfähigkeit von Marina Piller immer wieder auf die Probe gestellt. Doch im Vergleich zu dem, was der dreifachen Olympiastarterin nach ihrer Karriere widerfahren ist, erscheint das alles völlig bedeutungslos. „Ich habe meine Tochter Viola unmittelbar nach der Geburt verloren – und zwar wegen eines ärztlichen Fehlers“, sagte die heute 41-jährige Piller in einem emotionalen Interview mit dem Corriere della Sera.


Passiert ist das Ganze vor sieben Jahren, am 10. Juli 2019. „Gleich nach der Geburt haben die Ärzte meine Tochter in einen anderen Saal gebracht. Mein Ehemann und ich blieben allein zurück, ohne zu wissen, was da gerade passiert – auch, weil es bis dahin eine ruhige Geburt war. Wenig später kamen die Ärzte zurück und sagten, meine Tochter sei gestorben. Dann sind sie ohne weitere Erklärung aus dem Raum gegangen. In diesen sieben Jahren hat sich nie jemand bei mir entschuldigt“, so Piller.

Marina Piller ist 53 Mal im Weltcup an den Start gegangen. © AFP / ANDREAS SOLARO

Marina Piller ist 53 Mal im Weltcup an den Start gegangen. © AFP / ANDREAS SOLARO


Der Fall ging vor Gericht, wo die Richter vor wenigen Wochen zu einem Urteil kamen: Das Mädchen starb an den Folgen eines Sauerstoffmangels, der vermutlich durch das Abklemmen der Nabelschnur verursacht wurde. Der Sanitätsbetrieb von Friaul wurde zu einer Schadensersatzzahlung von 800.000 Euro verurteilt.
„Mein Mädchen hatte das Recht zu leben.“ Marina Piller

„Das Geld“, so sagt Piller, „interessiert uns nicht. Nichts kann uns unsere Viola zurückbringen. Mein Mädchen hatte das Recht zu leben, wir hatten das Recht, sie aufwachsen zu sehen.“

Das Geld will die Familie nun für einen besonderen Zweck verwenden: „Ich möchte diese Summe für ein Projekt im Bereich der Behindertenhilfe verwenden, das wir derzeit planen. Ich hoffe, dass sich Tragödien wie die unsere nicht mehr ereignen und würde außerdem gerne Eltern unterstützen können, die sich in einer solchen Situation befinden.“

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